Am Samstag, den 16. Jänner 2026, wird der EU-Mercosur-Handelspakt unterzeichnet, nach mehr als 25 Jahren intensiver Verhandlungen. Die Unterzeichnung erfolgt in Asunción, Paraguay, wo Handelskommissar Maroš Šefčovič sowie der Präsident von Paraguay, Santiago Peña, ihre Unterschriften leisten. Begleitet werden sie von der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, die ebenfalls nach Paraguay reisen. Paraguay hat derzeit den Vorsitz im Mercosur.

Die Unterzeichnung des Abkommens gilt als bedeutender Meilenstein in den Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Mercosur-Region, die Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay umfasst. Laut der EU-Kommission könnte dies zur größten Freihandelszone der Erde führen, die über 700 Millionen Menschen umfasst. Trotz ablehnender Stimmen von Ländern wie Frankreich, Polen und Österreich, die aus Gründen des Schutzes ihrer eigenen Landwirtschaft Bedenken äußerten, wurde eine erforderliche Mehrheit erreicht.

Vorteile und Verpflichtungen des Handelsabkommens

Das Abkommen verspricht erhebliche Vorteile für Verbraucher und Unternehmen in der Europäischen Union. Dies umfasst die Schaffung neuer Ausfuhrmöglichkeiten für EU-Unternehmen, die Einsparung von Zöllen in Höhe von über 4 Milliarden Euro pro Jahr sowie den Schutz von mehr als 350 EU-Erzeugnissen durch geografische Angaben. Die EU-Gesundheits- und Lebensmittelstandards bleiben unberührt, was bedeutet, dass Mercosur-Ausführer diese Standards einhalten müssen.

Fernando Haddad, Brasiliens Finanzminister, bezeichnete das Abkommen als historisch, nicht nur wegen seiner wirtschaftlichen Vorteile, sondern auch aufgrund seiner geopolitischen Rahmenbedingungen. Es wird anerkannt, dass das Abkommen die Handels- und politischen Beziehungen zwischen EU und Mercosur-Staaten stärkt und gleichzeitig Verpflichtungen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Eindämmung der Entwaldung festlegt. Zudem wird eine Unterstützung von 1,8 Milliarden Euro für den ökologischen und digitalen Wandel in den Mercosur-Ländern bereitgestellt.

Geopolitische Dimensionen

Die geopolitische Bedeutung des EU-Mercosur-Abkommens ist in Südamerika spürbar gewachsen. Die Länder der Region betrachten den Handelspakt als eine Möglichkeit, sich in einer sich verändernden globalen Landschaft zu positionieren. Der Einfluss von US-Präsident Donald Trump, der Zölle erhöht und die USA aus internationalen Organisationen zurückzieht, hat das Interesse an einer stabilen Partnerschaft mit der EU verstärkt. Politikwissenschaftler wie Oliver Stuenkel loben den Deal als eine weitsichtige Entscheidung, die strategische Optionen für Südamerika erweitert.

Das Abkommen wird als besonders wichtig angesehen, um die Abhängigkeit von Rohstoffexporten zu verringern und den Einfluss rivalisierender Großmächte wie den USA und China zu mindern. Kritiker warnen jedoch, dass überzogene Erwartungen an das Abkommen möglicherweise nicht erfüllt werden könnten, insbesondere wenn die Länder der Mercosur in der Rolle von Lieferanten gering veredelter Güter steckenbleiben.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die geopolitische Landschaft entwickeln wird, während das EU-Mercosur-Abkommen in Kraft tritt. Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen und die bevorstehende Unterzeichnung signalisieren jedoch einen bedeutenden Schritt in Richtung einer engeren wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen.

Vienna.at berichtet, dass …

Die EU-Repräsentation berichtet über die politischen Einigungen …

Deutsche Welle beschreibt die geopolitische Aufladung des Abkommens …