Der Europäische Rechnungshof hat scharfe Kritik an den unzureichenden Qualitätsprüfungen von Olivenöl in der Europäischen Union geübt. In einem jüngsten Bericht betont Joëlle Elvinger, EU-Prüferin, dass die strengen Vorschriften oft nicht vollständig umgesetzt werden. Besonders problematisch zeigt sich die Situation in Griechenland, wo die Behörden die Vorschriften ausschließlich für inländisch produziertes Olivenöl überprüfen, während Exporte außen vor bleiben. Um das Vertrauen der Verbraucher und den Ruf des europäischen Olivenöls zu wahren, sind dringend Verbesserungen erforderlich, die auch andere EU-Staaten betreffen.

Der Bericht analysierte die Kontrollen in wichtigen Produzentenländern wie Griechenland, Italien und Spanien, die zusammen rund 91 Prozent der Olivenölproduktion in der EU ausmachen. Zudem wurde Belgien, der größte Exporteur innerhalb der EU, unter die Lupe genommen, wahrscheinlich aufgrund seiner strategisch wichtigen Häfen, die den Handel erleichtern.

Kritik an Kontrollen und Standards

Die bestehenden Kontrollen weisen einige Schwächen auf, obwohl die Vorgaben klar definiert sind. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass einige Mitgliedstaaten regelmäßig weniger Kontrollen durchführen, als eigentlich gefordert. Die Kontrolle der Pestizidrückstände in Olivenöl funktioniert jedoch gut, was darauf hinweist, dass die EU durchaus in der Lage ist, hohe Standards zu setzen, wenn es um Lebensmittelsicherheit geht.

Eine besondere Herausforderung stellen die unklaren Regeln zur Mischung von Ölen aus unterschiedlichen Ernten dar. Der Rechnungshof fordert, dass die EU-Kommission die Regeln präzisiert und die Mitgliedstaaten stärker in die Verantwortung nimmt. Die Notwendigkeit für verlässliche Rückverfolgbarkeit trotz der bestehenden Vorschriften wird ebenfalls hervorgehoben.

Empfehlungen und Ausblick

In einem Online-Pressebriefing, das am 14. Jänner 2026 stattfand, wurden die Ergebnisse und Empfehlungen des Untersuchungsberichts präsentiert. Ab 17:00 Uhr MEZ durften die Medienvertreter die Inhalte veröffentlichen, um einer breiteren Öffentlichkeit Einblick in diese entscheidenden Themen zu geben. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, die Kontrollen auf einen einheitlichen Standard zu bringen, um sicherzustellen, dass Verbraucher stets auf die Qualität und Echtheit des Olivenöls vertrauen können.

Darüber hinaus wurde eine Forderung nach gleichen Qualitätsstandards für Olivenöl-Importe aus Drittstaaten laut. Der Rechnungshof empfiehlt Gesetzesänderungen, um die Intransparenz bei gepanschtem Olivenöl zu beenden. Ein Drittel der Olivenöle, die während einer Stichprobe getestet wurden, wies Unklarheiten bei der Herkunft auf, was das Risiko von Verbrauchertäuschung erhöht.

Als größter Produzent von Olivenöl weltweit, der über 60% des globalen Marktes hält, muss die EU weiterhin ihre Standards überprüfen und anpassen, um die Vertrauenswürdigkeit der Produkte zu sichern. Verbraucher sind aufgefordert, Olivenöl von vertrauenswürdigen Quellen zu kaufen und auf Angaben auf den Etiketten zu achten.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die EU in ihren Bemühungen um Qualitätskontrollen im Bereich Olivenöl einen entscheidenden Schritt vornehmen muss, um sowohl den Schutz der Verbraucher als auch die Integrität unzähliger Produzenten zu gewährleisten.

Für weitere Informationen zu den Kontrollen von Olivenöl in der EU siehe die Berichte von vienna.at, macherapp.com und rnd.de.