Im Supermarkt Billa sorgt derzeit eine Praxis für Aufmerksamkeit, die viele Verbraucher verunsichern könnte. Es geht um die sogenannte Shrinkflation, bei der die Produktmengen verringert werden, während die Preise gleich bleiben oder sogar steigen. Ein Beispiel dafür ist der „Milka Schoko Snack“, dessen Gewicht von 29 Gramm auf 27 Gramm reduziert wurde, während der Preis unverändert blieb. Dies stellt eine versteckte Preiserhöhung dar, die Billa jetzt aktiv kennzeichnet. Laut exxpress.at wird auf diesen Mangel ab sofort direkt im Regal hingewiesen.
Die Kennzeichnung von Shrinkflation-Produkten begann bereits im Jänner 2026, obwohl die gesetzliche Verpflichtung zur Kennzeichnung solcher Preiserhöhungen erst am 1. April in Kraft tritt. Billa nimmt eine Vorreiterrolle ein, indem sie systematisch den Packungsinhalt bei Verkaufsstarts prüft und bei Reduktionen der Menge eine Warnung am Regal anbringt. Der erste betroffene Artikel, der diese Kennzeichnung trägt, ist der „Milka Schoko Snack“. Der Hinweis im Regal lautet: „Der Lieferant hat bei erhöhtem Preis den Packungsinhalt reduziert. Der Grundpreis hat sich somit im Vergleich zu vorher erhöht.“
Shrinkflation im Detail
Billa’s Transparenz-Offensive soll Verbraucher über die versteckten Preiserhöhungen aufklären. Auch andere Produkte sind betroffen. So berichtet kosmo.at, dass die Reduzierung des Gewichtes beim „Milka Schoko Snack“ von ursprünglich 32 Gramm seit der Einführung im Herbst 2018 insgesamt etwa 20 Gramm oder 16 Prozent des ursprünglichen Gewichts ausmacht. Treibende Kraft hinter dieser Praxis ist der Hersteller TSC, der neben der Packungsgröße auch die Rezeptur des Produkts geändert hat.
Besonders Verbraucher sind zunehmend sensibilisiert für solche Praktiken, da die Budgets nach Inflationsschüben knapper werden. Tagesschau.de dokumentiert, dass viele Hersteller dazu neigen, die Preise zu erhöhen, ohne dass dies auf den ersten Blick auffällt. Oft sind Produkte mit Luft gefüllt oder allgemein weniger Inhalt enthalten, als es die Verpackung vermuten lässt. Schokoladen, Joghurts, Margarinen – die Liste der Produkte, die betroffen sind, ist lang.
- Beispiele für andere Lebensmittel, die unter Shrinkflation leiden:
- „Lays Bugles Paprika Style“: Füllmenge von 95g auf 75g, Preis bleibt bei 1,99 Euro.
- „Listerine Total Care“: Füllmenge von 600ml auf 500ml, Preis steigt von 4,45 Euro auf 4,95 Euro.
- Granini Fruchtsaft: Orangensaftanteil von 100% auf 50% gesenkt.
Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor diesen Tricks der Industrie, die den Kunden suggerieren, sie würden gleichbleibende Qualität zu konstanten Preisen erhalten, während in Wirklichkeit die Füllmengen verringert werden. Es wird geschätzt, dass Verbraucher durch das regelmäßige Kaufen solcher Produkte mehrere Hundert Euro pro Jahr verlieren könnten.
Mit der Einführung der neuen Kennzeichnung möchte Billa ein Zeichen gegen heimliche Preiserhöhungen im Supermarktregal setzen. Diese Initiative könnte anderen Einzelhändlern als Vorbild dienen, um mehr Transparenz in den Verkaufspraktiken zu schaffen und das Vertrauen der Konsumenten zurückzugewinnen.