Achtung, Skitourengeher! ÖAV warnt vor versteckten Gefahren in den Alpen
ÖAV warnt Skitourengeher vor Gefahren im alpinen Gelände. Statistiken zeigen hohe Unfallzahlen und betonen Wichtigkeit der Ausrüstung.

Achtung, Skitourengeher! ÖAV warnt vor versteckten Gefahren in den Alpen
Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) warnt eindringlich vor den unterschätzten Gefahren für Skitourengeher und Variantenfahrer im alpinen Gelände. Laut einer aktuellen Analyse, die auf einer zehnjährigen Statistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit basiert, resultiert ein Drittel der Todesfälle in diesem Bereich aus Stürzen und Abstürzen. Zwei Drittel der Todesfälle werden hingegen durch Lawinenunfälle verursacht. Die häufige Fokussierung der Bergsportler auf die Lawinengefahr führt dazu, dass andere Risiken, wie das Stürzen im Gelände, vernachlässigt werden. Diese Risiken sind besonders auf den letzten Metern zu einem Gipfel akzentuiert und können fatale Folgen haben, wenn die Bergsportler nicht entsprechend vorbereitet sind. Eine geringe Lawinenwarnstufe kann zudem eine trügerische Sicherheit vermitteln, wie der Alpenverein berichtet.
Um den gefährlichen Umständen entgegenzuwirken, empfehlen Experten, Steigeisen und Harscheisen frühzeitig einzusetzen und sich auf Kälte bei Skitouren vorzubereiten. Ein multifunktionaler Biwaksack und eine Rettungsdecke sollten ebenfalls zur persönlichen Ausrüstung gehören, um im Ernstfall korrekt und zeitgerecht reagieren zu können.
Unfallstatistik und -forschung
Die jährliche Unfallforschung des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit bietet umfassende Daten über die Unfalllage in den österreichischen Bergen. Jedes Jahr werden mehr als 8.000 Alpinunfälle in einer anonymisierten Datenbank erfasst, die für die Unfallforschung und Präventionsarbeit genutzt wird. Die Statistiken decken einen Zeitraum vom 1. November bis zum 31. Oktober des folgenden Jahres ab, um eine vollständige Wintersaison abzubilden. Einträge in der Datenbank können nachträglich erfolgen, was zu gewissen Abweichungen bei den Abfragezeitpunkten führen kann. Alle Alpinunfälle, bei denen die Alpinpolizei involviert ist, werden erfasst, darunter auch tödliche Unfälle und solche mit Verdacht auf Fremdverschulden, wie Alpine Sicherheit beschreibt.
In der Wintersaison 2023/24 wurden insgesamt 106 Alpintote und 5.173 Verletzte erfasst. Im Vergleich zum 10-Jahres-Mittel liegen diese Zahlen etwas höher, wobei die häufigsten Unfallursachen Kollisionen (60 %) sowie Stürze und Ausgleiten (16 %) sind. Besonders auffällig ist, dass etwa 30 % der verunfallten Personen unverletzt einen Notruf absetzen, oftmals bedingt durch Blockaden im Gelände. Der häufigste Unfallort sind die Tiroler Berge, wo 45 % der Unfälle sowie 29 % der Todesfälle verzeichnet werden.
Über die Gefahren von Lawinen und Wetterverhältnissen
In der aktuellen Saison spielt auch das Wetter eine entscheidende Rolle. ÖKAS-Präsident Peter Paal hebt hervor, dass der Winter als der wärmste seit den Wetteraufzeichnungen gilt, was neue Herausforderungen für den Wintertourismus mit sich bringt. In den letzten Jahren schwankt die Anzahl der alpinen Unfälle, wobei ein Rückgang während der Covid-19-Pandemie in der Wintersaison 2020/21 zu verzeichnen war. Trotz der angenommenen Sicherheit kann sich die tatsächliche Gefahr für Bergsportler gravierend verändern, was die Bedeutung eines bewussten und informierten Verhaltens unterstreicht.
Die jährlichen Statistiken geben auch Aufschluss über die Geschlechterverteilung der Opfer. Im letzten Jahr starben 86 Männer und 19 Frauen bei alpinen Unfällen, was die Ungleichverteilung innerhalb der betroffenen Gruppen verdeutlicht. Die Daten bieten somit wertvolle Hinweise für die Präventionsarbeit und unterstreichen die Notwendigkeit qualifizierter Ausbildung und Ausrüstung im Bergsport.