Am 14. Jänner 2026 kündigten die USA die Einsetzung einer neuen Technokratenregierung für den Gazastreifen an. Dies erfolgt im Rahmen eines 20-Punkte-Plans, der von US-Präsident Donald Trump ursprünglich nach dem verheerenden Krieg zwischen Israel und der Hamas, der den Gazastreifen stark verwüstete, vermittelt wurde. Das Gremium wird von Ali Shaath, dem ehemaligen stellvertretenden Minister der Palästinenserbehörde, geleitet und besteht aus 14 Mitgliedern, darunter Vertreter aus dem Privatsektor und von Nichtregierungsorganisationen. Die Zustimmung zu dieser neuen Verwaltung wurde sowohl von der Hamas als auch von der Fatah, der politischen Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, erteilt.

Trump drängt darauf, die zweite Phase seines Friedensplans voranzutreiben. Dieser erste Schritt umfasste einen Waffenstillstand und die Freilassung von Geiseln, der jedoch nicht reibungslos verläuft. Israel und die Hamas beschuldigen sich gegenseitig, gegen die Vereinbarung zu verstoßen, während seit Inkrafttreten des Waffenstillstands Hunderte beim israelischen Bombardement im Gazastreifen ums Leben kamen. Berichten zufolge weigert sich die Hamas, ihre Waffen niederzulegen, und die sterblichen Überreste mehrerer Geiseln wurden bis heute nicht übergeben. Zudem verzögert sich die Öffnung des Grenzübergangs Rafah zu Ägypten.

Friedensplan und Reaktionen

Trump hatte den Tag der Vorstellung des Friedensplans als „einen der wahrscheinlich größten Tage der Zivilisation“ bezeichnet. Israel premier Benjamin Netanjahu hat dem Plan bereits zugestimmt, während die Hamas ihn bislang nicht schriftlich erhalten hat und daher keine offizielle Stellungnahme abgegeben hat. Der Plan sieht vor, dass der Krieg sofort endet, wenn beide Seiten zustimmen, und umfasst unter anderem:

  • Die Freilassung aller Geiseln durch die Hamas innerhalb von 72 Stunden nach Zustimmung.
  • Im Gegenzug will Israel 250 lebenslang inhaftierte Gefangene sowie 1.700 weitere und alle inhaftierten Frauen und Kinder freilassen.
  • Für jede israels Geisel will Israel die sterblichen Überreste von 15 verstorbenen Gazanern freigeben.

Zusätzlich wird ein Rückzug israelscher Truppen aus Gaza nach der Entwaffnung der Hamas und dem Einsatz internationaler Sicherheitskräfte erfolgen. Die Verwaltung des Gazastreifens soll zunächst durch ein technokratisches Komitee aus Palästinensern und internationalen Experten erfolgen, mit dem Ziel, die palästinensische Autonomiebehörde nach Abschluss eines Reformprogramms die Kontrolle zu übergeben.

Langfristige Strategie und Herausforderungen

Trump plant, ein internationales Übergangsgremium, bekannt als „Board of Peace“, zu leiten. Ziel ist es, Gaza zu einer „entmilitarisierten, terrorfreien Zone“ zu machen, wobei alle militärischen Infrastrukturen zerstört werden sollen. Trotz der Aussicht auf Amnestie für Mitglieder der Hamas, die sich zur friedlichen Koexistenz verpflichten, gibt es Bedenken, wie effektiv eine solche Vereinbarung umgesetzt werden kann.

Die Verhandlungen zwischen Israel und Hamas über diesen US-Friedensplan weisen Fortschritte auf. Beide Seiten haben bereits eine Einigung auf die erste Phase des Plans, die ein sofortiges Ende der Kämpfe und die Freilassung von Geiseln umfasst, bestätigt. In den Verhandlungen, an denen die USA, Katar, Ägypten und die Türkei beteiligt waren, ist ein sofortiger Stopp der Militäreinsätze, einschließlich Luftangriffen, vorgesehen. Doch die Umsetzung bleibt ungewiss.

Die US-Regierung hat die Geiselfreilassung als absolute Priorität betont. Die Rückkehr der Geiseln soll ohne öffentliche Zeremonie oder Medienpräsenz vom Roten Kreuz organisiert werden, was die Komplexität der Situation zusätzlich verdeutlicht. Als klare Herausforderung gilt die Tatsache, dass die Hamas bereit ist, ihr Waffenarsenal für fünf bis zehn Jahre „einzufrieren“, jedoch nicht bereit ist, dies vollständig aufzugeben.

Insgesamt bleibt die Situation im Gazastreifen angespannt, und die Aussicht auf einen dauerhaften Frieden hängt von der erfolgreichen Umsetzung der vereinbarten Bedingungen und dem politischen Willen beider Seiten ab.