
In Südkorea steht die Festnahme des suspendierten Präsidenten Yoon Suk-yeol kurz bevor. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, haben Korruptionsermittler die Anordnung zur Festnahme Yoons exekutieren wollen, nachdem er mehreren Vorladungen nicht nachgekommen war. Am Dienstag hatte ein Gericht die Festnahme genehmigt und zusätzlich eine Durchsuchung seiner Amtsräume und seines Wohnsitzes angeordnet. Der Vorwurf lautet auf Aufruhr im Zusammenhang mit seiner vorübergehenden Ausrufung des Kriegsrechts, wie AP News meldete. Dies ist das erste Mal in der Geschichte Südostasiens, dass ein Haftbefehl gegen einen amtierenden Präsidenten erlassen wurde.
Rund 2.800 Polizisten wurden mobilisiert, um die Durchsetzung der Festnahme zu gewährleisten, während Sicherheitskräfte des Präsidenten bereits Ermittlern den Zutritt zum Präsidentenpalast verweigert hatten. Gleichzeitig demonstrierten schätzungsweise 100 Anhänger Yoons vor dem Amtssitz gegen die Justizbehörden. Yoon hatte zuvor erklärt, dass innere und äußere Kräfte die Souveränität Südkoreas gefährden, und versprach seinen Unterstützern, bis zum Ende für das Land zu kämpfen. Die benötigte Zuständigkeit zur Festnahme und die Ermittlungen müssen nun in den kommenden 48 Stunden eingeleitet werden, bevor entschieden wird, ob ein Haftbefehl beantragt wird oder Yoon freigelassen wird, wie oe24.at berichtete.
Schwere Vorwürfe und politische Krise
Yoon ist seit dem 14. Dezember vom Parlament aufgrund seiner umstrittenen Handlungen, die zur Kriegsrechtserklärung führten, seines Amtes enthoben. Diese Erklärung, die nur in Kriegszeiten zulässig ist, hatte zu massiven politischen Turbulenzen geführt, die auch die Finanzmärkte beeinflussten. Nach seinen Aussagen hatte Yoon den Einsatz von Truppen lediglich zur Aufrechterhaltung der Ordnung anordnen wollen; widersprüchliche Aussagen von Militärkommandanten haben jedoch diese Behauptung untergraben. Laut Berichten war Yoon's Kriegserklärung nur kurzzeitig, hatte aber weitreichende Folgen, die die politische Stabilität des Landes untergruben.
Während die politische Krise weiter anhält, übernahm der frühere Finanzminister Choi Sang-mok die kommissarische Leitung des Landes. Er hat bereits Maßnahmen eingeleitet, um die politische Unsicherheit anzugehen. In dieser angespannten Situation bleibt abzuwarten, ob es Yoon gelingen wird, der Festnahme zu entkommen oder ob er sich den Ermittlungen stellen muss.
Details zur Meldung