
Der Besuch von Usha Vance, der Ehefrau des US-Vizepräsidenten, in Grönland sorgt für erhebliche Kontroversen. Laut vienna.at erfolgt die Reise auf Einladung, die jedoch unklar bleibt, da Präsident Donald Trump nicht konkret sagte, wer die Einladung ausgesprochen hat. In einem Interview wies Trump Bedenken bezüglich einer möglichen Provokation zurück und nannte den Besuch ein Zeichen der Freundschaft. Er betonte, dass die Grönländer sich nach Unterstützung sehnen.
Die Grönländer selbst zeigen sich jedoch skeptisch gegenüber dem Besuch. Múte B. Egede, der Regierungschef Grönlands, stellte klar, dass es kein Treffen zwischen der US-Delegation und der grönländischen Regierung geben werde. Auf Facebook äußerte Egede Bedenken über die Behandlung Grönlands durch die USA und erklärte, dass der Besuch nicht als rein privat angesehen werden könne. Trump hat wiederholt Interesse an einer Kontrolle über Grönland geäußert und drohte mit einer möglichen Annexion, wie in einem Artikel von zeit.de berichtet wird.
Reisepläne und Begleitung
Usha Vance wird von Trumps nationalem Sicherheitsberater Mike Waltz und dem Energieminister Chris Wright begleitet. Ihre Reise dauert von Donnerstag bis Samstag und umfasst Besuche von historischen Stätten sowie die Teilnahme an einem traditionellen Hundeschlittenrennen in Sisimiut. Während dieses Zeitraums soll auch eine Militärbasis besichtigt werden, was die strategischen Interessen der USA an Grönland noch einmal verdeutlicht.
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen äußerte in diesem Zusammenhang Bedenken. Sie betonte, dass die Bürger Grönlands das Recht auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit haben, wie outview.ch berichtet. Die dortige Regierung wird künftig in Abstimmung mit der grönländischen Regierung auf die US-amerikanischen Aktivitäten reagieren.
Geopolitische Hintergründe
Grönland, mit seinen bedeutenden Rohstoffvorkommen und strategischen Position, hat seit Jahrzehnten das Interesse der USA. Militärische Stützpunkte wie die Thule Air Base sind ein Erbe dieser Beziehungen, wobei Grönland im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle als Zwischenstation einnahm. Die Thule Air Base bleibt bedeutend für die US-Verteidigungsstrategie und das Raketenfrühwarnsystem. Der Klimawandel eröffnet zudem neue Handelsrouten und erhöht den geopolitischen Wettbewerb, was die Situation in der Arktis weiter kompliziert.
Grönland hat seit 2009 eine erweiterte Selbstverwaltung und kontrolliert seine Bodenschätze. Dies geschieht in einem Kontext, in dem Dänemark und die USA weiterhin eng zusammenarbeiten müssen, um eine Balance zwischen Kooperation und geopolitischer Abgrenzung zu finden. In Anbetracht der jüngsten Umfragen, die eine Mehrheit für eine mögliche Unabhängigkeit der Grönländer zeigen, wird die Diskussion über die Zukunft Grönlands und die Haltung der USA zu dieser Thematik zunehmend brisanter.
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