Peking —
China hat nach dem Urteil des obersten Gerichtshofs Panamas, das die Rechte eines Hongkonger Unternehmens zur Betreibung wichtiger Häfen am Panamakanal einschränkt, mit scharfen Worten reagiert. Die Regierung drohte, dass Panama politische und wirtschaftliche Folgen zu tragen habe, falls es nicht zu einer Umkehrung der Entscheidung kommt.
Chinesische Interessen am Panamakanal
Diese aggressive Rhetorik ist der neueste Wendepunkt in der Geschichte rund um die chinesischen Interessen am strategischen Wasserweg, durch den jährlich etwa 40 Prozent des gesamten Containerverkehrs der USA abgewickelt werden. Der Kanal ist zum Mittelpunkt der Bemühungen der Trump-Administration geworden, rivalisierende Mächte aus der westlichen Hemisphäre zu verdrängen.
Hongkong und seine multinationale Präsenz
Das in Hongkong ansässige Multinationalunternehmen CK Hutchison betreibt weltweit Häfen über seine Tochtergesellschaft Hutchison Ports. Dazu gehören zwei wichtige Terminals am Panamakanal – eines an jedem Ende. Diese Konzession wurde vom obersten Gericht der Zentralamerikanischen Nation als verfassungswidrig eingestuft, wie ein Urteil von Ende letzten Monats zeigt.
Pekings Reaktion auf das Urteil
Das als „wirklich beschämend und erbärmlich“ bezeichnete Urteil „unterwirft sich der Hegemonie und agiert als Komplize des Bösen“, so das Büro Pekings, das sich mit den Angelegenheiten Hongkongs befasst, in einer 800 Wörter umfassenden Antwort auf die Gerichtskosten. „China lehnt entschieden die Anwendung wirtschaftlicher Nötigung und hegemonialen Mobbings ab.“
Die Antwort, die am Dienstag veröffentlicht wurde, zeigt deutlich, wie intensiv China den Fall verfolgt und die umfassendere Anstrengung des Weißen Hauses beobachtet, den Einfluss Pekings in der Region zurückzudrängen.
Wirtschaftliche Ambitionen und geopolitische Herausforderungen
China hat seit Jahren tiefe Verbindungen nach Lateinamerika und in die Karibik aufgebaut, wo es jährlich mehr als eine halbe Billion Handelsvolumen erzielt. Chinesische Staatsunternehmen sind in den Bereichen Stromnetze, Telekommunikationsnetze und Bergbau aktiv.
Angesichts des Versprechens von Präsident Donald Trump, ausländischen Akteuren in der westlichen Hemisphäre, die Kontrolle über strategisch wichtige Vermögenswerte zu verwehren, steht der Panamakanal nun im Mittelpunkt der geopolitischen Machtkämpfe.
Peking hat erklärt, dass es chinesische Unternehmen schützen werde, und in seiner neuesten Erklärung betont, dass man „ausreichende Mittel, Werkzeuge, Stärke und Fähigkeit“ hat, um eine gerechte und ordentliche internationale Handelsordnung aufrechtzuerhalten.
Diese Situation stellt jedoch eine strategische Herausforderung für Peking dar, da es abwägt, wie stark die Botschaft an Partner sein sollte, die es als Unterstützer der USA ansieht – insbesondere wenn es Stabilität in den eigenen Beziehungen zu den USA sucht, bevor der erwartete Besuch von Trump in diesem Frühjahr ansteht.
Ausblick: Wie geht es weiter?
Peking ist bekannt dafür, ein Spielbuch wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen zu nutzen, um Druck auszuüben. Japans Tourismusbranche hat in den letzten Monaten aufgrund von politischen Spannungen über Taiwan mit stornierten Flugverbindungen und Reisewarnungen aus China zu kämpfen. Auch Unternehmen wie australische Weinbauer und norwegische Lachsproduzenten waren in den letzten Jahren vom riesigen chinesischen Markt ausgeschlossen worden.
Auch China hat wirtschaftlichen Einfluss auf Panama. Laut Daten der Vereinten Nationen hat es 2019 die USA als größten Handelspartner Panamas überholt.
In ihrer Erklärung am Dienstag erhob China den Druck und erklärte, dass Panama „die Konsequenzen“ des Urteils zu tragen habe, was „tiefgreifende Schäden“ für das Geschäftsklima und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nach sich ziehen würde.
Analysten vermuten, dass Peking möglicherweise Maßnahmen in den Bereichen Handel, Investitionen und andere Aspekte abwägen könnte, um zu reagieren und andere Länder der Region von ähnlichen Schritten abzuhalten.
Berichtet von CNNs Stephanie Yang.