In den letzten Wochen hat sich die Lage im Iran dramatisch verschärft. Eine umfassende Zensur und ein massiver Internet-Blackout haben die Kommunikation im Land weitgehend zum Erliegen gebracht. Aktivisten berichten, dass seit dem 8. und 9. Jänner 2026 rund 4.500 Todesopfer im Zusammenhang mit den Protesten gegen die iranische Staatsführung dokumentiert wurden, was die Sorge über massive Menschenrechtsverletzungen weiter verstärkt. Laut der Kleinen Zeitung gelten diese Zahlen als besonders alarmierend, da sie die brutale Repression unter der iranischen Regierung veranschaulichen.

Die Proteste im Iran begannen Ende Dezember, ausgelöst durch die hohen Lebenshaltungskosten und die miserable wirtschaftliche Lage. Zunächst protestierten Händler und Ladenbesitzer in Teheran, zu einem späteren Zeitpunkt schlossen sich auch zahlreiche Studierende dem Widerstand entgegen der Regierung an. Die Tagesschau berichtet, dass die iranischen Behörden eine drastische Einschränkung des Internetzugangs angeordnet haben, was als Teil einer größeren Taktik zur Unterdrückung der Proteste angesehen wird.

Internetsperre und Kommunikationsblockaden

Medien und Zivilgesellschaftliche Organisationen stehen vor enormen Schwierigkeiten, da die umfassenden Zensurmaßnahmen das Recht der Öffentlichkeit auf Kommunikation erheblich behindern. Die Organisation Netblocks berichtet von einem Rückgang des Web-Traffics um 100 Prozent. Nur ein kleiner Teil der iranischen Regierungs- und Militärinstitutionen kann das Internet weiterhin nutzen, was die Informationslage zusätzlich erschwert. Die Human Rights Watch hebt hervor, dass die Internetsperre eine gezielte Strategie der Regierung ist, um die Berichterstattung über die schweren Menschenrechtsverletzungen zu unterdrücken.

Aktivisten berichten von erschütternden Aufnahmen, die von medizinischen Fachleuten analysiert wurden. Diese Aufnahmen zeigen, dass viele der getöteten Demonstranten medizinische Ausrüstung wie Katheter und Beatmungsschläuche an sich hatten. Dies wirft die besorgniserregende Frage auf, ob verletzte Personen nach einer medizinischen Behandlung umkamen und ohne vollständige Totserkennung abtransportiert wurden. Die iranischen Behörden machen in ihrer Stellungnahme „terroristische Elemente“ sowie die USA und Israel für die Gewalt verantwortlich.

Internationale Reaktionen und Menschenrechtslage

Der Druck auf die internationale Gemeinschaft wächst, da immer mehr Berichte über massenhafte Tötungen und Menschenrechtsverletzungen eintreffen. Die Sicherheitskräfte in Iran haben ihre Brutalität gegen Protestierende deutlich erhöht, was die dringende Notwendigkeit verstärkt, internationale Aufmerksamkeit zu erregen. Philippe Bolopion von Human Rights Watch hebt hervor, dass trotz der Kommunikationsblockaden weiterhin Berichte über Tötungen und Übergriffe vorliegen.

Es wird gefordert, dass der UN-Sicherheitsrat und der Menschenrechtsrat die Situation im Iran genau beobachten und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die Forderung nach Wiederherstellung des Internetzugangs und Zugang zu unabhängigen Untersuchungskommissionen gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sich die Situation im Iran weiter zuspitzt und die Bevölkerung unter dem Druck der repressiven Maßnahmen leidet.