In den letzten Tagen hat sich die Situation in Syrien weiter verschärft, insbesondere in den kurdisch besetzten Gebieten im Norden und Osten des Landes. Ein zentrales Treffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem syrischen Vizepräsidenten Faisal al-Sharaa befasste sich mit der Bedeutung der Einheit und Unabhängigkeit des syrischen Staatsgebiets sowie der Zusammenarbeit im Kampf gegen die jihadistische Miliz „Islamischer Staat“ (IS) berichtet die Kleine Zeitung.

Die syrische Regierung hat in den vergangenen Tagen verstärkt offensiv gegen kurdische Kämpfer vorgegangen. Syrische Regierungstruppen konnten kürzlich mehrere Gebiete, einschließlich zwei Stadtvierteln in Aleppo, von den Kurden zurückerobern. Laut al-Sharaa steht ein neues Abkommen zwischen der syrischen Zentralregierung und den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) in Aussicht, welches die Übergabe der kurdisch kontrollierten Provinzen Deir ez-Zor und Raqqa an die Zentralregierung vorsieht. Diese Regionen haben jedoch eine mehrheitlich arabische Bevölkerung, was die Komplexität der Situation verstärkt stellt Der Spiegel fest.

Aktuelle Kämpfe und Militäraktionen

Trotz der Bemühungen um ein Abkommen wird die Situation durch anhaltende Kämpfe kompliziert. Am Montag rückte die syrische Armee in Teile von Deir ez-Zor vor, während es laut Berichten zu heftigem Beschuss in Raqqa kam. AFP-Reporter berichteten über zurückkehrende Kämpfe, obwohl die Regierung die Beendigung der Kämpfe vermeldete. Kurdische Kämpfer hingegen erklärten, dass die syrische Armee ihre Angriffe „trotz des Waffenstillstands“ fortsetze, was die Spannungen weiter anheizt wie Tagesschau berichtet.

Die SDF und andere kurdische Milizen werfen der syrischen Regierung in diesem Kontext einen „hinterhältigen Angriff“ vor, insbesondere in Gebieten wie Dibsi Afnan, wo die syrischen Regierungstruppen zuletzt aktiv waren. Die kurdischen Behörden in Raqqa verhängten sogar eine Ausgangssperre, um die Bevölkerung zu schützen. Gleichzeitig forderte das US-Militärkommando Centcom die syrischen Regierungstruppen auf, die Offensive zu stoppen, was jedoch bisher ohne nachhaltigen Erfolg blieb.

Internationale Reaktionen und Ausblick

Die Spannungen in und um die kurdisch kontrollierten Gebiete könnten sich zu einem größeren Konflikt entwickeln, warnen Experten. Es bleibt abzuwarten, ob das Abkommen zwischen der syrischen Zentralregierung und den SDF tatsächlich umgesetzt wird, da bisherige Vereinbarungen, unter anderem zur Eingliederung der zivilen und militärischen Institutionen in die staatliche Ordnung, nicht realisiert wurden. Während Kurden als die größte Minderheit in Syrien während des Bürgerkriegs eine Selbstverwaltung im Nordosten des Landes aufgebaut haben, stehen sie nun vor der Herausforderung, diese Errungenschaften angesichts des militärischen Drucks der syrischen Armee zu verteidigen.

In der politischen Landschaft ist auch die EU involviert, mit der Forderung von Außenbeauftragten Kaja Kallas nach einem sofortigen Ende aller militärischen Aktivitäten. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um zu sehen, ob es zu einer Deeskalation oder zu einer weiteren Intensivierung der Kämpfe kommt, während die internationalen Beobachter die Situation genau im Auge behalten.