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Nach dreieinhalb Jahren von Nachstellungen sieht sich die Kfz-Mechanikerin Sandra Manß, 47 Jahre alt, gezwungen, ihr Unternehmen in Lüdenscheid zu schließen. Manß übernahm die Autoverwertung, die ihr Vater 1974 gründete, im Jahr 2001. Die massiven Belästigungen begannen mit einem Drohbrief, den sie ignorierte, und eskalierten schnell. Sie erhielt wiederholt telefonische Bedrohungen und ihr Social-Media-Account wurde gehackt, was zu falschen Öffnungszeiten führte.
Besonders alarmierend waren Vorfälle wie das wiederholte Lockern der Radmuttern an ihren Fahrzeugen, das etwa 30 Mal verzeichnet wurde. Auch Schüsse fielen während der Öffnungszeiten auf dem Betriebsgelände. Zudem wurden dreimal die Bremsleitungen an ihrem Pkw durchtrennt. Ein weiterer einschneidender Vorfall trat im Dezember auf, als ein Mitarbeiter krankenhausreif geschlagen wurde, was letztlich zur Schließung des Betriebs führte.
Schwere Konsequenzen und Polizeiarbeit
Manß hat regelmäßig Anzeige erstattet, während die Polizei in über einem Dutzend Fällen Ermittlungen eingeleitet hat, jedoch keine Anhaltspunkte für Tatverdächtige finden konnte. Die ständige Bedrohung hat dazu geführt, dass sich die Unternehmerin aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat. Früher war sie aktiv in sozialen und kulturellen Projekten, veranstaltete Events und stellte Stahlskulpturen aus.
Das 4500 Quadratmeter große Betriebsgelände wurde unter anderem für Veranstaltungen wie „Car-Crashing“ und die „Schrottreif“-Festivals 2018 und 2019 genutzt. Aufgrund des anhaltenden wirtschaftlichen Drucks und der Komplexität moderner Autos plant Sandra Manß nun eine berufliche Neuorientierung.
Stalking, wie es Manß erlebt hat, ist strafbar gemäß dem Strafgesetzbuch (StGB). Die Rechtslage besagt, dass jeder, der das Leben einer anderen Person erheblich einschränkt, strafrechtlich belangt werden kann. Zu den strafbaren Handlungen zählen gezielte Annäherungen, belästigende Kontaktaufnahmen und Drohungen, wie hilfe-info.de detailliert aufzeigt.
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