Am 7. Jänner 2026 kam es gegen 10.00 Uhr im Schigebiet St. Oswald zu einem Vorfall, bei dem ein 16-jähriger deutscher Skilehrer mit einer Gruppe von Kindern die Brunnachabfahrt talwärts fuhr. Plötzlich näherte sich ein unbekannter männlicher Skifahrer mit hoher Geschwindigkeit der Gruppe und bremste vor einem möglichen Zusammenstoß ab, fuhr jedoch ohne anzuhalten weiter. In der Folge erschraken zwei Kinder im Alter von 7 und 4 Jahren und stießen zusammen. Bei dem Sturz zog sich das 4-jährige Mädchen Verletzungen im Gesicht zu.

Nach einer Erstversorgung durch die Pistenrettung wurde das verletzte Kind von seiner Mutter zum Arzt gebracht. Der unbekannte Skifahrer konnte bisher nicht identifiziert werden, weshalb die Polizeiinspektion Bad Kleinkirchheim um Hinweise aus der Bevölkerung bittet. Solche Zusammenstöße sind leider keine Seltenheit auf den Pisten, wie auch die aktuellen Zahlen über Verletzungen im Skisport eindrücklich zeigen.

Unfallstatistik im Skisport

Laut einer Unfallanalyse der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) kam es in der Saison 2023/2024 zu einem Anstieg der Verletzungen im alpinen Skisport. Schätzungen zufolge benötigten etwa 46.000 bis 48.000 Skifahrer*innen medizinische Behandlung, während rund 7.000 unter so schweren Verletzungen litten, dass sie stationär behandelt werden mussten. Nahezu die Hälfte dieser Verletzten musste operiert werden. Besonders häufig sind Knieverletzungen, gefolgt von Schulter- und Kopfverletzungen, wobei Frauen häufiger von Knieverletzungen betroffen sind und Männer oft Schulterverletzungen erleiden.

Ein wichtiger Aspekt in der Unfallprävention ist das Verhalten auf der Piste. Kollisionen, wie sie auch in St. Oswald vorkamen, machen ungefähr ein Fünftel aller Unfälle aus. Die SIS legt besonderen Wert auf die Einhaltung der FIS-Verhaltensregeln, die sich unter anderem auf die Rücksichtnahme auf andere, angepasste Geschwindigkeit und sicheres Überholen beziehen. Auch korrekte Ausstattung wie gewartete Ski oder geprüfte Helme ist entscheidend für die Sicherheit im Skisport.

Ein weiterer schwerer Unfall

Ein weiterer traumatischer Vorfall ereignete sich bereits am 7. Februar 2025 im Skigebiet Bad Kleinkirchheim. Ein 18-jähriger Skifahrer aus den Niederlanden prallte auf der Priedröfabfahrt gegen eine gepolsterte Schneelanze, was zu schweren Verletzungen führte. Der Vorfall wurde ebenfalls durch einen vermuteten Fahrfehler laut Polizei verursacht. Der Skifahrer wurde zur Talstation Nockalmbahn mit einem Skidoo der Bergbahnen transportiert und anschließend mit dem Hubschrauber Alpin1 ins UKH Klagenfurt gebracht.

Die Zunahme von Vorfällen wie diesen verdeutlicht die Notwendigkeit einer besseren Aufklärung über Sicherheit im Wintersport. Die SIS fördert seit vielen Jahren die wissenschaftliche Erfassung von Unfallrisiken und präventive Maßnahmen im Wintersport, um eine verbesserte Sicherheit auf den Pisten zu gewährleisten.

Für alle Wintersportler ist es wichtig, sich stets der Gefahren bewusst zu sein und alle Sicherheitsaspekte zu beachten, um das Risiko von Verletzungen zu minimieren.

Mehr zu den Hintergründen und Statistiken erfahren Sie in den Berichten von Klick Kärnten, 5min und Sicherheit im Sport.