
Ein Skandal auf der Piste! Mitglieder der niederländischen Studentenverbindung Vindicat haben während eines Skiurlaubs in Risoul, Frankreich, für massive Ausschreitungen gesorgt. Die über 100-köpfige Gruppe musste aufgrund von Gewalt und Sachbeschädigungen vorzeitig aus ihrem Hotel abreisen, wie die Krone berichtete. Unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol kam es zu Szenen, die an ein Chaos-Lager erinnern: Schlägereien, durchbrochene Zimmertüren und entwürdigende Missbrauch der Hotelausstattung waren an der Tagesordnung. Videobeweise zeugen von der Aggressivität der Gruppe, die sogar Spülmittel über Computer geschüttet und Aufzüge als Toiletten missbraucht hat. Ein Polizist schilderte, dass sie es mit hochgradig aggressiven und betrunkenen Studenten zu tun hatten, die den Beamten gegenüberstanden.
Kontroversen um Studentenverbindungen
Das Vorgehen der Vindicat-Studenten wirft die Frage auf, welche Rolle Studentenverbindungen heute tatsächlich spielen. Laut Bernhard Weidinger, einem Politikwissenschaftler und Rechtsextremismusforscher, geht es ihnen vor allem um den Selbsterhalt und die Pflege von Traditionen. In einem Interview mit der taz äußerte er, dass das Fechten, ein zentrales Element vieler Verbindungen, primär ein Männlichkeitsritual sei, das oft mit schweren Verletzungen einhergeht. Weidinger betont, dass die Dunkelziffer solcher Vorfälle hoch ist, da viele Verletzungen in den Verbindungen selbst behandelt werden, ohne dass die Polizei informiert wird.
Diese skandalösen Vorfälle und die Diskussion um die Zukunft von Studentenverbindungen deuten auf tiefere Probleme innerhalb dieser Organisationen hin. Während einige Einheiten versuchen, sich dem Wandel der Zeit anzupassen, gibt es andere, die stur an ihren alten Traditionen festhalten. Die Frage bleibt, ob diese Verbindungen im 21. Jahrhundert noch zeitgemäß sind oder ob sie sich ihren eigenen überholten Ritualen zum Opfer fallen.
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