
Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu wurde am Mittwoch von der Polizei in seinem Wohnsitz festgenommen, was zu den größten Protesten in der Türkei seit über einem Jahrzehnt führte. Hunderte Demonstranten, die gegen die Festnahme des beliebten Politikers auf die Straßen gingen, wurden ebenfalls festgenommen. Laut dem Bericht von Krone bleibt Imamoglu bis zur Verhandlung im Gefängnis, da ein Gericht aufgrund der laufenden Korruptionsermittlungen entschieden hat, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Vorwürfe, die er als „unvorstellbare Beschuldigungen und Verleumdungen“ zurückweist, umfassen sowohl Korruption als auch Verbindungen zu Terrororganisationen.
Imamoglu fiel in den Fokus, nachdem er in der Vergangenheit als einziger Kandidat drei Lokalwahlen gegen Erdogans regierende Partei gewonnen hatte. Sein Aufstieg als Bürgermeister von Istanbul, einer Stadt mit 16 Millionen Einwohnern, wurde von vielen als politisches Wunder bezeichnet. Sein Festnahme wird weithin als Versuch gewertet, einen der Hauptgegner Erdogans zu entkräften und damit den politischen Druck auf die Opposition zu erhöhen. AP berichtete, dass hinter der Festnahme eine gezielte Strategie stehen könnte, um Imamoglu an einer Präsidentschaftskandidatur zu hindern, da Umfragen darauf hindeuten, dass er Erdogan bei einer Wahl besiegen könnte.
Während seines Kampfes hat Imamoglu eine Vielzahl an rechtlichen Herausforderungen durchlebt, auch die Annullierung eines Wahlresultats 2019, was zu einem wiederholten Wahlgang führte, den er ebenfalls gewann. Ein Tag vor seiner Festnahme stornierte die Istanbul Universität auch sein Diplom aufgrund angeblicher Ungereimtheiten, wodurch er rechtlich von der Präsidentschaft ausgeschlossen werden könnte. Laut Berichten gab es in der Türkei in den letzten Monaten eine Welle von Festnahmen und Repressionen gegen politische Gegner, was die rechtliche und politische Landschaft des Landes weiter destabilisiert.
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