Im Rahmen des Untersuchungsausschusses zur Causa Christian Pilnacek, der am 20. Oktober 2023 in einem Nebenarm der Donau in der Wachau tot aufgefunden wurde, kommen immer mehr Details ans Licht. Der erste Tag der Befragungen verlief bereits ereignisreich. Der Baggerfahrer, der die Leiche entdeckte, berichtete, dass er um 6.00 Uhr mit seinen Arbeiten begann. Eine dichte Nebelwand hielt sich bis nach Sonnenaufgang über dem Wasser, weshalb er die Leiche zunächst nur im Augenwinkel sah. Er beschrieb den Leichnam als „extrem weiß“ und stellte fest, dass er auf dem Rücken trieb.
Der Baggerfahrer konnte aufgrund der widrigen Witterungsbedingungen nicht ins Wasser steigen und alarmierte daraufhin die Polizei. Zeitgleich erkannten zwei Polizistinnen, die am Fundort eintrafen, den Leichnam als den von Pilnacek. Nach dem Alarm der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Bergung organisiert. Der Baggerfahrer erhielt den Auftrag, eine Rampe zur Leichenbergung zu bilden. Laut seinen Aussagen äußerte er, an einen Unfall zu glauben und wies die Gerüchte zurück, dass Pilnacek nicht allein am Ufer gewesen sei.
Unklarheiten und Verletzungen
Der Feuerwehrmann, der die Leiche schließlich barg, berichtete in einer Sitzung des Untersuchungsausschusses über seine Eindrücke. Er hörte erstmals den Namen Pilnacek auf dem Weg zum Fundort und erinnerte sich, dass ein Kamerad, der Bruder von Pilnaceks Freundin, die Hoffnung äußerte, dass es sich nicht um Pilnacek handelt. Der Bruder war jedoch nicht im Einsatzbericht der Feuerwehr verzeichnet, was Fragen zur Transparenz der Einsatzmeldung aufwirft.
Die Bergung der Leiche dauerte höchstens zehn Minuten und geschah mit Hilfe eines vier Meter langen Feuerhakens. Der Feuerwehrmann bemerkte eine fingernagelgroße Verletzung an einer der Schläfen der Leiche, stellte aber fest, dass keine weiteren Verletzungen oder fremde Gegenstände in den Taschen von Pilnacek, in denen sich lediglich ein Feuerzeug befand, entdeckt wurden. Bei der Umlagerung wurde keine Leichenstarre festgestellt, was für die Ermittlungen von Bedeutung sein könnte.
Politische Dimension des Falls
In der Sitzung formulierte die grüne Abgeordnete Nina Tomaselli Fragen zu möglichen Absprachen im Innenministerium. Der Feuerwehrmann erklärte, dass ihm eine Schulung zu den Rechten und Pflichten im U-Ausschuss angeboten wurde, die vor rund einer Woche stattfand. Während dieser Schulung wurde er von Martin Huemer als Vertrauensperson begleitet, und er betonte, dass er in Bezug auf seine Aussagen nicht beeinflusst wurde.
Die FPÖ hat den Untersuchungsausschuss ins Leben gerufen, um mögliche politische Einflussnahmen im Zusammenhang mit den Ermittlungen nach dem Tod Christian Pilnaceks aufzuarbeiten. In den kommenden Sitzungen, die am 28. und 29. Jänner stattfinden, sollen weitere Zeitzeugen und Polit-Prominenz geladen werden, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Insgesamt sind bis zum 2. Juli 21 Sitzungen geplant, die sich mit verschiedenen Aspekten des Falls befassen. Die Entwicklungen werden genau beobachtet, da sie auch Auswirkungen auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) haben könnten, die die Grundlage für die strategische kriminalpolizeiliche Maßnahmenplanung darstellt. Diese Statistik muss regelmäßig an gesetzliche Änderungen und gesellschaftliche Phänomene angepasst werden, wie das Bundeskriminalamt informiert.
Während die Untersuchungen andauern, bleibt unklar, welche weiteren Erkenntnisse und Beweise sich noch ergeben werden, und wie diese den Verlauf der Ermittlungen und der politischen Debatten beeinflussen könnten. Der Fall Pilnacek könnte weiterhin sowohl juristisch als auch medial auf großes Interesse stoßen, wie exxpress.at und ORF berichten.