Vom 19. bis 23. Jänner 2026 versammelt sich die Weltelite beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, Schweiz. Mit fast 3.000 Führungspersönlichkeiten aus über 130 Ländern wird eine der größten US-Delegationen erwartet, angeführt von Präsident Donald Trump, der am Mittwoch in Davos eintreffen soll. WEF-Präsident Børge Brende betont das Motto „Im Geiste des Dialogs“, das die Notwendigkeit von Gesprächen in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten unterstreicht. Unter den Teilnehmern werden auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet, unter anderem der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP).
Ein zentrales Thema der Konferenz ist die Unabhängigkeit der Notenbanken, insbesondere im Kontext von Trumps Politik, die stark auf interne US-Themen fokussiert ist. Trumps Ansprüche auf Grönland, seine Handelszölle und militärischen Interventionen werfen Fragen zur künftigen Geldpolitik auf. Experten wie die EZB-Chefin Christine Lagarde warnen vor einem möglichen Einfluss der Politik auf die Geldpolitik, da historische Beispiele belegen, dass solcher Druck zu starken wirtschaftlichen Verzerrungen führen kann. In diesem Kontext wird auch die Rolle der Federal Reserve unter dem Druck von Trump diskutiert, was mittlerweile alarmierende Reaktionen von Ökonomen zur Folge hat.
Herausforderungen für Zentralbanken
Trumps Einfluss auf die Federal Reserve, die mit einer derartigen Situation konfrontiert ist, könnte zu einer gefährlichen Inflation führen. Beispielhafte historische Fälle zeigen, wie politische Einflussnahme, wie etwa die Hyperinflation in Deutschland 1923, massive negative Auswirkungen auf die Wirtschaft hatte. Der Druck auf die Fed könnte den internationalen Status des Dollars, der als Weltreservewährung fungiert, gefährden und somit weltweite wirtschaftliche Instabilitäten hervorrufen.
Besonders besorgniserregend ist die ungefähre Höhe der US-Staatsverschuldung von über 37 Billionen Dollar. Ein Vertrauensverlust in die Fed könnte auch die Refinanzierung dieser Schulden erschweren. Die Unabhängigkeit der Zentralbanken ist eines der Schlüsselsysteme, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Dies gilt nicht nur für die Federal Reserve in den USA, sondern auch für die Europäische Zentralbank (EZB), die als unabhängige Institution eingerichtet wurde, um den Bürgerinteressen in Europa gerecht zu werden.
Der Einfluss der Ölindustrie und Umweltfragen
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Davoser Gespräche ist die Präsenz der Ölindustrie. CEOs der führenden Unternehmen, darunter Exxon Mobil, Shell und Total Energies, werden ebenfalls anwesend sein. Es wird erwartet, dass die Diskussionen auch die Auswirkungen des Klimawandels und die Zunahme der Privatflüge zur Konferenz thematisieren. Greenpeace hat festgestellt, dass die Anzahl der Privatflüge zum WEF um 10% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, was zu hoher Umweltkritik führt.
Die Auswirkungen dieser Umweltbelastungen werden zunehmend als problematisch angesehen, besonders angesichts der hohen Treibhausgasemissionen, die mit diesen Flügen verbunden sind. Im Jahr 2025 gab es bereits 709 zusätzliche Privatflüge, im Jahr 2024 waren es 628, und 2023 nur 227. Die Hauptabflugländer für diese Flüge sind Frankreich (20%), Großbritannien (13%) und Deutschland (12%).
Insgesamt verspricht das WEF 2026 tiefergehende und kontroverse Diskussionen über das Verhältnis zwischen Politik und Geldpolitik, die Herausforderungen für Zentralbanken weltweit und die drängenden Fragen des Klimaschutzes. Ein zentrales Augenmerk wird darauf liegen, wie die Unabhängigkeit der Zentralbanken, sowohl der Federal Reserve als auch der EZB, in diesen herausfordernden Zeiten gewahrt bleiben kann. Die EZB hat sich als unabhängige Institution einer Reihe von Prinzipien verschrieben, die korrekte und zielgerichtete Geldpolitik garantieren sollen, einschließlich der Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit.
Die Welt blickt also gespannt auf die Ergebnisse der Gespräche in Davos, wo sich viele der entscheidenden Akteure der globalen Wirtschaft versammeln.
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