In einem bedeutenden Urteil wurde Südkoreas ehemaliger Ministerpräsident Han Duck-soo zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt. Dies geschah aufgrund seiner Rolle bei einem Staatsstreich im Dezember 2024, in dem er den damaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol beim Verhängen des Kriegsrechts unterstützte. Ein Bezirksgericht in Seoul stellte fest, dass Han aktiv an der Unterdrückung der Opposition beteiligt war, was zu einer schweren politischen Krise im Land führte. Die Strafe übersteigt die von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahre und zeigt die Schwere der Vorwürfe gegen ihn. Han Duck-soo nahm das Urteil an und erklärte, dass er die Entscheidung „demütig akzeptieren“ werde.
Yoon Suk-yeol, der am 3. Dezember 2024 das Kriegsrecht ausgerufen hatte, steht ebenfalls im Fokus, da die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für ihn fordert. Dies geschieht im Zusammenhang mit einem separaten Verfahren wegen des Verdachts des Aufruhrs, das am 19. Februar 2026 verhandelt werden soll. Bei der Ausrufung des Kriegsrechts beschuldigte Yoon die linke Opposition willkürlich, Verbindungen zu Kommunisten in China und Nordkorea zu haben, ohne dafür Beweise vorzulegen.
Politische Turbulenzen und Amtsenthebung
Die Umstände, die zu Yoons Kriegsrecht führten, waren eine Auseinandersetzung um den Haushalt, bei dem Oppositionsparteien Yoons Gesetzesvorhaben blockierten. Im Zuge dieser Spannungen schickte Yoon Soldaten zum Parlament, um Abgeordnete zu verhaften. Trotz dieser Militärpräsenz gelang es den Parlamentariern, das Kriegsrecht in einer hastig einberufenen Abstimmung aufzuheben. In der Folge wurde Yoon suspendiert und im April 2025 von seinem Amt enthoben, was das Vertrauen internationaler Investoren in die Stabilität Südkoreas weiter untergraben hat.
In einem anderen Verfahren wurde Yoon am 16. Jänner 2026 wegen Justizbehinderung und weiterer Vergehen, die mit der Ausrufung des Kriegsrechts zusammenhingen, zu fünf Jahren Haft verurteilt. Richter Baek Dae Hyun betonte die Schwere von Yoons Vergehen, da er keine Reue zeigte. Yoon hat nun sieben Tage Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen und bleibt unter erheblichem Druck, während sein rechtlicher Kampf in der Öffentlichkeit und der Politik von großem Interesse ist.
Zukunft und politische Reaktionen
Während die politische Landschaft sich dramatisch verändert hat, wird Südkorea seit dem Sommer 2025 von Präsident Lee Jae-myung regiert, einem politischen Rivalen von Yoon. Diese Wende hat die Machtverhältnisse im Land erheblich beeinflusst. Die anhaltenden rechtlichen Auseinandersetzungen um Yoon und die komplementären Urteile gegen seine Vertrauten wie Han Duck-soo werfen ein Licht auf die fragilen Verhältnisse innerhalb der südkoreanischen Politik und die Herausforderungen, die das Land in der Zukunft erwarten.
Insgesamt bleibt die Justiz in Südkorea ein kritisches Element in der Aufarbeitung dieser politischen Krise, die sowohl nationale als auch internationale Implikationen hat. Die Entwicklungen, die in den kommenden Monaten zu erwarten sind, könnten wesentliche Auswirkungen auf die politische Stabilität und die Gesellschaft Südkoreas haben.
Für weitere Details über die Urteile und die politischen Umstände in Südkorea verweisen wir auf die Berichterstattung von oe24, Tagesschau und ZDF.