Der Rodelsport steht vor herausfordernden Zeiten, insbesondere im Hinblick auf die zukünftige olympische Entwicklung. Georg Hackl, eine Ikone des Rodelsports, äußert Bedenken hinsichtlich der Perspektiven des Sports nach den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Er zeigt sich zufrieden mit der generellen Entwicklung des Rodelns, jedoch befürchtet er, dass viele ehemalige Olympiarennstrecken nicht mehr betrieben werden. Dies wird als negativ angesehen und könnte die Zukunft des Sports gefährden. In Innsbruck-Igls gibt es Planungsprobleme, welche zur Nichtzulassung der Bahn führen, was weitere Fragen aufwirft. Hackl betont, dass die Lieblingsbahn in Königssee, die seit dem letzten Jahr wieder betriebsbereit sein sollte, möglicherweise auch im nächsten Jahr nicht nutzbar ist.

Hackl nennt die Olympischen Spiele eine wertvolle Plattform für Sportarten, die im restlichen Jahr wenig Aufmerksamkeit erhalten. Er macht sich Gedanken über seine persönliche Zukunft nach Olympia, möchte jedoch nicht mehr täglich an der Bahn stehen. Stattdessen zieht er in Betracht, Aufgaben im Weltverband oder in der Nachwuchsarbeit zu übernehmen. Der Sport hat Initiativen zur Förderung von Nachwuchsathleten eingeführt, die bereits in Schulen beginnen, was Jugendlichen die Chance gibt, den Sport auszuprobieren und eventuell eine langfristige Begeisterung zu entwickeln.

Änderungen in der Sportförderung

Die Herausforderungen im Sport werden zudem durch Veränderungen in der Förderstruktur der Stiftung Deutsche Sporthilfe verstärkt, wie ZDF berichtet. Nach einer enttäuschenden Medaillenausbeute bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, wo Deutschland nur den zehnten Platz im Medaillenspiegel belegte, sollen ab 1. Jänner 2025 grundlegende Änderungen in Kraft treten. Ziel ist es, die Unterstützung für Talente und die Vorbereitung auf die Zeit nach der aktiven Karriere zu verbessern. Die aktuelle Grundförderung wird gekürzt, was die finanzielle Situation vieler Athleten weiter erschwert.

Deutschland hatte in Paris insgesamt 12 Gold-, 13 Silber- und 8 Bronzemedaillen gewonnen, was das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung darstellt. Diese Ergebnisse haben die Diskussion um die Effektivität des aktuellen Fördersystems neu entfacht. Die Vereinigung Athleten Deutschland fordert eine umfassende Reform, da das gegenwärtige System als ineffizient und bürokratisch erachtet wird. Geschäftsführer Johannes Herber hebt hervor, dass ein leistungsfähiges Fördersystem notwendig ist, um die Athleten optimal zu unterstützen.

Die Kritik der Athleten

Innerhalb dieser Situation haben sich auch prominente Athleten zu Wort gemeldet. Kanu-Olympiasieger Max Rendschmidt und Tom Liebscher-Lucz haben während eines Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz die Politik kritisiert und gefordert, dass diese Entscheidungen für den Sport treffen sollten. Schwimm-Weltmeisterin Angelina Köhler hat ebenfalls die niedrigen Prämien für Olympiasieger im Vergleich zu Prämien in anderen Wettbewerben angeprangert. In diesem Kontext wird auch darauf hingewiesen, dass andere Länder wie Singapur für eine Goldmedaille nahezu 700.000 Euro zahlen.

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe plant nicht nur eine Umstrukturierung der finanziellen Unterstützung, sondern erkennt auch die Notwendigkeit, die Nachwuchsförderung und die Trainerbesoldung zu verbessern. Die ersten Schritte in diese Richtung sind bereits angekündigt, die Ergebnisse dieser Maßnahmen werden jedoch erst in den kommenden Jahren sichtbar sein. Die Entwicklung im Rodelsport und die generelle Sportlandschaft bleiben somit in dieser kritischen Phase von höchster Bedeutung.