
Im prachtvollen Palais Epstein, das über 150 Jahre Geschichte in den Mauern trägt, tagen aktuell die Regierungsverhandler:innen von ÖVP, SPÖ und NEOS. Dieses beeindruckende Bauwerk an der Ringstraße, das 1871 unter der Federführung des Architekten Theophil Hansen erstellt wurde, war einst das Zuhause der wohlhabenden Familie Epstein. Die prunkvollen Räume in der "Beletage" dienten einst festlichen Anlässen, heute steht das Palais im Zentrum parlamentarischer Verhandlungen, wie ots.at berichtet.
Die bewegte Geschichte des Palais begann mit Gustav Ritter von Epstein, der nach einem verheerenden Börsenkrach 1873 seine Bankgeschäfte und schließlich auch das Palais verlor. Ab 1902 beherbergte das Gebäude verschiedene Institutionen, darunter den Verwaltungsgerichtshof und später den Stadtschulrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die sowjetischen Truppen das Palais bis zu ihrem Abzug 1955. Später sollte es als Sitz des Wiener Stadtschulrates fungieren, bis 1998 die Bundesimmobiliengesellschaft das Gebäude erwarb, wie parlament.gv.at erläutert.
Ein Palast für die Politik
Die Notwendigkeit, Wohnungen für Parlamentarier:innen zu schaffen, führte dazu, dass das Palais Epstein zu einem strategischen Punkt für die Parlamentsverwaltung wurde. Angesichts der Platzprobleme im Parlament initiierte Sigurd Bauer den Kauf des Palais, um die Räume für legislative Zwecke zu nutzen. Am 19. November 1998 wurde der Vorschlag zum Kauf einstimmig angenommen, und nach umfangreicher Renovierung wurde das Gebäude 2005 offiziell als Teil des parlamentarischen Prozesses eröffnet. Heute dient das Palais nicht nur als Bürofläche, sondern auch als Veranstaltungsort für Konferenzen und Regierungsverhandlungen. Damit ist das Palais Epstein nicht nur ein historisches Denkmal, sondern ein lebendiger Teil der österreichischen Politik.
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