María Corina Machado, die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin, hat am Donnerstag ihre Medaille an US-Präsident Donald Trump übergeben. Dieses Treffen fand im Weißen Haus statt und wurde von verschiedenen Medien berichtet, die übereinstimmend bestätigen, dass Machado tatsächlich ihren Nobelpreis überreichte. Trump hatte zuvor öffentlich geäußert, dass er Interesse daran habe, Machados Nobelpreis für sich zu haben, was die Situation zusätzlich auflud. Sie betrat das Weiße Haus durch einen Seiteneingang, was in Videos von lateinamerikanischen Medien dokumentiert wurde. Nach dem Treffen äußerte sie sich vor einer Gruppe von Anhängern und betonte, dass man auf Trump für die Freiheit Venezuelas zählen könne, was auf eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden hinweist.
Machado, die als zentrale Figur im Widerstand gegen Nicolás Maduro galt und für die venezolanische Präsidentschaftswahl 2024 kandidieren wollte, war von den Behörden ausgeschlossen worden. In den letzten Jahren hatte sie immer wieder ihre Stimme gegen das Maduro-Regime erhoben und in Protesten eine führende Rolle übernommen. Ihr unermüdlicher Einsatz wurde im Dezember mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.
Hintergrund der politischen Situation
Die Übergabe der Medaille erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher Spannungen zwischen den USA und dem venezolanischen Regime. Washington und andere westliche Länder erkennen Nicolás Maduro nicht als legitimen Präsidenten an und haben seit Maduros erster Wahl 2013 Sanktionen gegen hochrangige venezolanische Vertreter wegen Menschenrechtsverletzungen verhängt. Die US-Regierung betrachtete die Wiederwahl Maduros 2018 sowie die jüngste Wahl 2024 als unrechtmäßig. Zwischen 2019 und 2023 wurde Juan Guaidó als „Übergangspräsident“ anerkannt, was zu weiteren Spannungen führte.
Im Zuge dieser Entwicklungen wurde Machado zur Führungsfigur der venezolanischen Opposition ernannt. Trump hatte sich zwar mehrfach gegen Machado ausgesprochen und betont, dass ihr im eigenen Land die Unterstützung fehle, dennoch versucht sie, die US-amerikanische Politik zu ihrem Vorteil zu nutzen. Letzten Endes könnte die Kooperation mit Trump entscheidend für die Zukunft Venezuelas sein, insbesondere im Kontext der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen.
Reaktionen und Ausblick
Nach dem Treffen mit Machado gab es zunächst keine unmittelbare Reaktion von Trump. Interessanterweise hatte er zuvor die ehemalige Stellvertreterin Maduros, Delcy Rodríguez, geschützt und betont, dass die USA gut mit Venezuela zurechtkämen. Dies sorgt für zusätzliche Verwirrung über die tatsächliche politische Strategie Washingtons in Bezug auf Venezuela.
Die anhaltenden Sanktionen und der US-amerikanische Einfluss auf Venezuelas Ökonomie, der in den letzten Jahren zu einem drastischen Rückgang der Ölproduktion geführt hat, sind weitere Faktoren, die die politische Situation im Land prägen. Venezuela verkauft sein Öl mittlerweile hauptsächlich auf dem Schwarzmarkt, insbesondere an China, was die wirtschaftliche Isolation durch die USA verstärkt. Dies könnte die kommenden Diskussionen zwischen Machado, Trump und anderen politischen Akteuren weiter anheizen.