
Der Vorsitzende des Welt-Holocaust-Gedenkzentrums hat Elon Musk beschuldigt, die Opfer des Nationalsozialismus zu beleidigen. Dies geschah, nachdem der Milliardär einer deutschen rechtsextremen politischen Partei erklärte, das Land müsse sich von der „Schuld“ der Vergangenheit befreien.
Elon Musks umstrittene Äußerungen
Musk äußerte seine Gedanken in einer Überraschungsansprache zum Wahlkampfauftakt der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) am Samstag. „Kinder sollten nicht für die Sünden ihrer Eltern, geschweige denn für die ihrer Urgroßeltern, verantwortlich gemacht werden“, sagte er.
Kritik von Holocaust-Überlebenden
Seine Bemerkungen spiegeln die langjährige Haltung der AfD wider, dass Deutschland aufhören sollte, für die in der Vergangenheit vom Nationalsozialismus begangenen Verbrechen zu sühnen. Dani Dayan, der Vorsitzende von Yad Vashem, warnte eindringlich davor, das Erbe des Nationalsozialismus zu verbergen. In einem Beitrag auf X, dem von Musk betriebenen sozialen Netzwerk, erklärte Dayan, dass „das Gedenken und die Anerkennung der dunklen Vergangenheit des Landes und seines Volkes zentral für die Gestaltung der deutschen Gesellschaft sein sollten“, und fügte hinzu, dass „eine Unterlassung in dieser Hinsicht eine Beleidigung für die Opfer des Nationalsozialismus und eine klare Gefahr für die demokratische Zukunft Deutschlands“ darstelle.
Reaktionen auf Musks politische Aussagen
Musks zunehmendes Interesse an der europäischen Politik wurde von mehreren Führungspersönlichkeiten des Kontinents als Einmischung in ihre Angelegenheiten kritisiert. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete Musks Äußerungen als „unheilvoll“ und „allzu vertraut“ und merkte an, dass sie „nur wenige Stunden vor dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz“ gemacht wurden. In seiner Ansprache am Samstag betonte Musk, dass es wichtig sei, „Stolz auf Deutschland und darauf, Deutscher zu sein“ zu empfinden, was mit begeistertem Applaus aufgenommen wurde.
Ein Thema von wachsender Bedeutung: Einwanderung
Auch das Thema Einwanderung, ein zentraler Punkt in den bevorstehenden Bundestagswahlen am 23. Februar, wurde von Musk angesprochen. Er forderte AfD-Co-Chefin Alice Weidel und ihre Unterstützer auf, ihren Nationalstolz nicht in einer Art von „Multikulturalismus, die alles verwässert“, zu verlieren.
Wachsende Kontroversen um Musk
In den letzten Tagen geriet Musk aufgrund seiner vermeintlichen Unterstützung für die Rechte in die Kritik. Vergangene Woche wurde er für eine Geste bei einer Veranstaltung nach der Amtsvereidigung von US-Präsident Donald Trump kritisiert, die einige als faschistischen Gruß deuteten. Musk wehrte sich gegen diese Kritik und bemerkte auf X: „Der ‚Alle sind Hitler‘-Angriff ist sooo müde.“ Der deutsche Kanzler Olaf Scholz, ein häufiges Ziel von Musks Sticheleien, stellte klar: „Jeder kann in Deutschland und Europa seine Meinung äußern, einschließlich Milliardäre... aber wir akzeptieren keine Unterstützung für rechtsextreme Positionen.“ Musk reagierte darauf mit den Worten: „Schande über Oaf Schitz!“
Internationales Echo und weiterführende Debatten
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu stellte sich hinter Musk und nannte die Vorwürfe „grundlos“. Die Anti-Defamation League (ADL) hatte anfangs Musks Geste als „ungeschickte Handlung in einem Moment der Begeisterung“ abgetan. However, als Musk am Donnerstag eine Reihe von nazispezifischen Wortspielen in sozialen Medien teilte, kritisierte die ADL die „unangemessenen und höchst offensiven Witze, die den Holocaust trivialisieren“.
Trotz der Kontroversen hat Musk seine Unterstützung für populistische politische Bewegungen, die zahlreiche europäische Wahlen mobilisiert haben, weiter geäußert. Er stellte auch Parallelen zwischen dem politischen Klima in Deutschland und den Vereinigten Staaten her und betonte die globale Bedeutung, die die bevorstehenden Wahlen haben könnten.
Berichterstattung von CNN: Mitchell McCluskey, Sebastian Shukla und Rob Picheta.
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