Der Dokumentarfilm „Melania“, der sich mit den letzten 20 Tagen vor der zweiten Amtseinführung von Donald Trump aus der Perspektive seiner Frau Melania Trump beschäftigt, hat in den US-Kinocharts einen unerwarteten Erfolg erzielt. Laut Kleine Zeitung erreichte der Film Platz drei. Auf den ersten beiden Plätzen rangieren der Horrorfilm „Send Help“ und der Science-Fiction-Film „Iron Lung“. Analyst David Gross von Franchise Entertainment Research kommentierte den Start von „Melania“ als „hervorragend“ für einen Dokumentarfilm und stellte fest, dass die Ticketverkäufe die Erwartungen übertrafen.

Finanziert wurde die Dokumentation von Amazon, das mehrere Millionen Dollar in die Produktion und Werbung investierte. Diese hohe Investitionssumme hat zu Spekulationen über mögliche politische Motive des Unternehmens geführt, wobei einige vermuten, der Konzern wolle sich die Gunst des Präsidenten erkaufen, wie von Spiegel Online berichtet wird.

Politische Stellungnahmen und öffentlicher Auftritt

Melania Trump äußerte sich zudem in der Veröffentlichungswoche ihres Films zu aktuellen politischen Ereignissen. Nach tödlichen Schüssen durch die Bundespolizei in Minneapolis rief sie zu friedlichen Protesten und Einheit auf. In einem Interview mit Fox & Friends betonte sie ihre Ablehnung von Gewalt. Dies gilt als bemerkenswert, da Melania in der Vergangenheit wenig öffentliche politische Stellung bezogen hat, wie ZDF Heute anmerkt.

Ihr Zeitpunkt der Äußerungen wird von vielen als befremdlich wahrgenommen, besonders weil der Filmstart trotz der drängenden gesellschaftlichen Themen nicht verschoben wurde. Während der Start von „Melania“ international in 27 Ländern erfolgt, war der Verkaufsverlauf eher schleppend. Kritiker stellen Fragen zur Relevanz des Films angesichts der Veranstaltungen in Minneapolis und es gibt bereits spöttische Kommentare in sozialen Netzwerken über die Vorverkaufszahlen.

Ausblick und Kontroversen

Der Film könnte Einblicke in das Leben der First Lady bieten und soll später auch auf Amazon Prime verfügbar sein. Die produzierende Person sieht sich jedoch Vorwürfen wegen sexuellen Fehlverhaltens ausgesetzt, die sie zurückweist. Politikwissenschaftlerin Danielle Vinson erwartet, dass der Film bei vielen demokratischen und unabhängigen Wählern auf Ablehnung stößt.

Insgesamt wirft die Dokumentation nicht nur Fragen zur Rolle von Melania Trump, sondern auch zur politischen Motivlage von Amazon und dem Einfluss der Unterhaltungsindustrie auf die Politik auf.