In den letzten Jahren haben die Preise für Lebensmittel einen drastischen Anstieg erlebt, der bei Verbrauchern für Besorgnis sorgt. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von gestiegenen Energie- und Produktionskosten bis hin zu den Nachwirkungen der Corona-Pandemie. Die US-Amerikanerin Zoe Dippel stellte die Entwicklung eindrucksvoll dar, als sie einen Kassenzettel aus dem Jahr 1997 fand. Der Einkauf, der 122 Artikel umfasste, kostete damals 155 US-Dollar (ca. 133 Euro). Im Vergleich dazu betrug die Endrechnung für einen ähnlichen Einkauf im Jahr 2026 bereits 504 US-Dollar (ca. 432 Euro). Dies verdeutlicht die Preissteigerungen in den letzten 30 Jahren, die durch steigende Rohstoff- und Transportkosten sowie Inflation beeinflusst werden.
Laut Kurier werden die Preissteigerungen als besonders stark und schnell wahrgenommen. Die Videos von Dippel zu ihren Erlebnissen und Vergleichen erzielten über drei Millionen Aufrufe und verdeutlichen das große Interesse der Verbraucher an der Thematik. Lebensmittelpreise sind durch unterschiedliche Faktoren bestimmt, die alle Bereiche des Lebens betreffen.
Entwicklung der Lebensmittelpreise
Statistische Erhebungen belegen, dass die Lebensmittelpreise seit 2020 um 32,8 % gestiegen sind. Der Anteil der Konsumausgaben für Lebensmittel ist im Vergleich zu 1900, als er über 50 % betrug, erheblich gesunken. Diese Entwicklung ist nicht nur auf Preissteigerungen zurückzuführen, sondern auch auf den Anstieg der Wohn- und Energiekosten, die ebenfalls einen erheblichen Teil des Budgets der Verbraucher ausmachen, wie Statista zeigt.
Spezielle Preisentwicklungen des Jahres 2024 zeigen, dass Speisefette und -öle um 10,29 % und Zucker sowie Süßwaren um 6,38 % teurer wurden. Diese Entwicklungen sind Ausdruck der gestiegenen Produktions- und Verarbeitungskosten, die durch Witterungsbedingungen, Transportkosten sowie Löhne beeinflusst werden. Auch politische Faktoren und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage spielen eine Rolle bei der Preisbildung.
Ursachen für die Preissteigerungen
Die Verbraucherzentrale NRW betont, dass der allgemeine Preisniveau für Lebensmittel seit 2021 um rund 30 % gestiegen ist. Alle Lebensmittelgruppen sind betroffen, was sich auch auf die Grundnahrungsmittel auswirkt. Hohe Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittel sind maßgebliche Faktoren, die zu diesem Anstieg beitragen. Zudem erhöhen der Arbeitskräftemangel und steigende Mindestlöhne die Personalkosten in der Lebensmittelproduktion.
Ein markantes Produktbeispiel ist Butter, deren Preis seit dem Ukraine-Krieg starken Schwankungen unterliegt. Nach anfänglichem Preisanstieg fiel der Preis im Sommer 2023, doch kurz vor Weihnachten 2024 erreichte er erneut Höchstwerte. Solche Preisschwankungen werfen Fragen auf, da unklar bleibt, ob sie auf Herstellungskosten oder auf Angebot und Nachfrage zurückzuführen sind.
Insbesondere Verbraucher sind derzeit auf Preisvergleiche und günstigere Alternative angewiesen. Versteckte Preiserhöhungen durch kleinere Füllmengen und veränderte Rezepturen machen es zusätzlich schwierig, die Kosten im Blick zu behalten. Daher wird gefordert, dass die Politik und das Kartellamt die Preissituation im Handel sowie bei Lebensmittelherstellern eingehend prüfen, um faire Preise für die Verbraucher zu gewährleisten.