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Finnland rüstet auf: Schutzbunker für 4,8 Millionen Bürger bereit!

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat seine Reise nach Finnland beendet, die unter dem Zeichen eines verstärkten Sicherheitsbewusstseins stand. Der Besuch umfasste unter anderem eine Führung durch die Bunkeranlage Merihaka, die im Alltag als Sportzentrum genutzt wird und im Notfall bis zu 6.000 Personen aufnehmen kann, was auf die umfassenden Zivilschutzmaßnahmen Finnlands hinweist. Kleine Zeitung berichtet, dass Finnland über mehr als 50.000 Schutzräume verfügt, die Platz für rund 4,8 Millionen Menschen bieten, was etwa 85% der Bevölkerung entspricht. Diese Bunker sind ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitsarchitektur Finnlands und tragen zur makrosozialen Verteidigungsbereitschaft bei.

In Finnland ist der Zivilschutz ein historisch gewachsenes Konzept, das nach dem finnisch-sowjetischen Krieg als kritisch für die nationale Sicherheit angesehen wurde. Trotz des endenden Kalten Krieges blieb das Land bei den Kapazitäten des Zivilschutzes stabil. So mussten alle öffentlich zugänglichen und private Gebäude über 1.200 Quadratmeter Fläche mit Schutzbunkern ausgestattet sein. In Helsinki gibt es bis zu 900.000 Schutzplätze für die 650.000 Einwohner und Besucher der Stadt, und Alarme werden regelmäßig getestet.

Aktuelle politische Herausforderungen

<pEin zentrales Thema in der gegenwärtigen politischen Landschaft Finnlands ist die Haltung gegenüber Flüchtlingen. Jussi Halla-aho, Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei "Wahren Finnen", hat Bedenken hinsichtlich der Öffnung der türkischen Grenzen für syrische Flüchtlinge geäußert. Laut Finland Today bezeichnete er die Entscheidung von Präsident Erdogan als unverantwortlich und kritisierte die EU für ihre Praxis, die Grenzkontrollen an die Türkei auszulagern. Halla-aho fordert eine Rückkehr zu internen Grenzkontrollen in Europa und bezweifelt die Fähigkeit der EU, die Ursachen der Flüchtlingskrise zu bekämpfen.

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Sein Fokus auf Migration steht im Kontext einer sich verändernden Sicherheitslage in Europa. Finnlands jüngster NATO-Beitritt, der das Land mehr als ein Jahr vor Schweden realisierte, ist Teil eines größeren Trends, bei dem die nationale Sicherheit aufgrund der erhöhten Bedrohung durch Russland neu bewertet wird. Die klare Unterstützung der Bevölkerung für die Verteidigung des Landes im Falle eines Angriffs – mit 83% Zustimmung in einer Umfrage – ist bemerkenswert und zeigt das gewachsene Bedrohungsbewusstsein, das auch von Finnlands Botschafter in Deutschland unterstrichen wird. So sollen aktuell auch Hunderte neuer Schießstände eingerichtet werden, um sowohl Reservisten als auch Zivilisten zu schulen, was durch das gestiegene Interesse seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs bedingt ist. Tagesschau hebt hervor, dass die Sensibilität für Sicherheitsrisiken Teil der gegenwärtigen politischen Agenda ist.

Ein starkes zukunftsgerichtetes Verteidigungssystem

Über die physische Verteidigung hinaus hat Finnland nach dem Kalten Krieg ein stabiles Niveau der militärischen Abschreckung aufrechterhalten. Die Milizarmee umfasst derzeit 280.000 aktive Soldaten, wobei im Falle eines militärischen Konflikts über 900.000 Reservisten mobilisiert werden könnten. Diese umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen sind nicht nur eine Antwort auf die aktuelle geopolitische Lage, sondern auch das Resultat einer langen Geschichte der Kriegsführung und der Verteidigung sowie des Schutzes der nationalen Souveränität.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Finnland sich nicht nur auf seine militärischen Fähigkeiten verlässt, sondern auch eine breite Palette an Zivilschutzmaßnahmen implementiert hat, um seine Bevölkerung in unsicheren Zeiten zu schützen. Diese duale Herangehensweise an Sicherheit und Verteidigung ist charakteristisch für die finnische Politik und stellt ein entscheidendes Element in der Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen dar.


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