Die Stadt Bregenz steht vor einer politisch brisanten Entscheidung über die mögliche Übernahme des traditionsreichen Metro-Kinos. Diese Verhandlungen haben bereits zu Kontroversen innerhalb der Politik geführt. Neos-Vertreter Michael Sagmeister äußert scharfen Kritik an dem Vorhaben, das aus seiner Perspektive in einer angespannten Haushaltslage als «weltfremd» und «unverantwortlich» erscheint. Er hebt hervor, dass die Stadt sich in einer Phase der Haushaltskonsolidierung befindet und eine solche Investition derzeit nicht tragbar sei.
Kulturstadtrat Reinhold Einwallner von der SPÖ hingegen sieht die Pläne für das Metro-Kino als lohnende Investition an, solange die Finanzierbarkeit gewährleistet ist. Diese gegensätzlichen Meinungen verdeutlichen die Spannungen innerhalb der Stadtverwaltung, die auch durch die momentan unklaren Preisvorstellungen zwischen der Stadt und dem Eigentümer Lukas Pasi verstärkt werden. Derzeit laufen Verhandlungen, doch bestehen erhebliche Differenzen in den Preisvorstellungen, was die Situation weiter kompliziert.
Übernahmepläne und Gutachten
Um zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, hat die Stadtverwaltung eine Bewertung der Immobilie in Auftrag gegeben. Auch die Eigentümerseite plant die Erstellung einer Expertise. Nach dem Erhalt der Gutachten sollen weitere Verhandlungen stattfinden, um die Details der möglichen Übernahme zu klären.
Das Konzept der Stadt sieht vor, das Kino in ein multifunktionales Veranstaltungszentrum mit gastronomischem Angebot umzuwandeln, während der Kinobetrieb fortgeführt werden soll. Parallel dazu hat eine Bürgerinitiative unter der Leitung von Erich Langeder ein Alternativkonzept entwickelt. Dieses sieht vor, dass die Stadt die Immobilie erwirbt und saniert, während eine neu zu gründende Metro Kino GmbH den wirtschaftlichen Betrieb übernehmen würde. Ein gemeinnütziger Verein soll kulturelle Programme und Events organisieren.
Historie des Metro-Kinos
Das Metro-Kino ist mehr als nur ein Filmtheater; es hat eine bedeutende Geschichte. Nach seiner Eröffnung im Jahr 1952 war es das größte Lichtspieltheater Westösterreichs. Doch im März 2025 musste das Kino aus wirtschaftlichen Gründen den Betrieb einstellen. Die letzte umfassende Modernisierung fand im Jahr 2007 statt, und die Hoffnung ruht nun darauf, das historische Gebäude in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Die Diskussion um das Metro-Kino findet im Kontext steigender Kulturinvestitionen bundesweit statt. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plant für 2024 einen Etat von 2,6 Milliarden Euro, was eine Erhöhung von rund 94 Millionen Euro im Vergleich zum vorherigen Regierungsentwurf darstellt. Auch das Programm „KulturInvest“ wird 2026 mit bis zu 250,7 Millionen Euro gefördert, um die kulturelle Landschaft zu unterstützen.
Mit einem solchen Hintergrund wird die kulturelle Bedeutung des Metro-Kinos unterstrichen, das eine zentrale Rolle im Bregenzer Kulturleben spielen könnte, sollte die Übernahme gelingen. Die nächsten Schritte werden mit Spannung erwartet und die politischen Auseinandersetzungen um diese Thematik bleiben weiterhin aufregend.