In Brasília kam es während einer Demonstration, die von Anhängern des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro organisiert wurde, zu einem erschütternden Vorfall: Ein Blitz schlug in die Menschenmenge ein und verletzte mindestens 89 Personen. Nach den Informationen von Kleine Zeitung kümmerten sich die Feuerwehr und Rettungsdienste um die Verletzten, von denen 47 in nahegelegene Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Unter diesen befanden sich auch elf Personen, die intensive medizinische Versorgung benötigten.
Videos, die während des Vorfalls aufgenommen wurden, zeigen die erschreckte Menge, die von dem plötzlich eintretenden Blitz und dem darauf folgenden lauten Knall überrascht wurde. Dieses unglückliche Ereignis ereignete sich vor dem Hintergrund der politischen Turbulenzen, die Brasilien seit dem grob gescheiterten Putschversuch der Bolsonaristas im Jänner 2023 erschüttern.
Politische Hintergründe
Der Blitzschlag ereignete sich weniger als eineinhalb Jahre nach der Erstürmung des brasilianischen Kongresses und weiterer Institutionen durch Bolsonaro-Anhänger. Am 8. Jänner 2023 stiegen die Spannungen, als diese Gruppe versuchte, Bolsonaros Wahlniederlage gegen Luiz Inácio Lula da Silva rückgängig zu machen. Der Vorfall führte zu erheblichen Sachschäden und einer großflächigen Verhaftungsaktion, bei der rund 1.500 Personen, darunter hochrangige Regierungsbeamte, festgenommen wurden. Diese Informationen stammen von Tagesschau.
Jair Bolsonaro selbst wurde im September 2023 für schuldig befunden, seine Anhänger zu dem Putschversuch angestiftet zu haben. Er erhielt eine 27-jährige Gefängnisstrafe. Aktuell ist Bolsonaro wegen seines Verurteilungsurteils und dem Entzug seines aktiven Wahlrechts durch das Oberste Wahlgericht Brasiliens, das bis 2031 gültig ist, politisch nicht mehr aktiv.
Gesellschaftliche Auswirkungen
Die politischen Turbulenzen werfen lange Schatten auf die brasilianische Gesellschaft und Politik. Experten und Politikwissenschaftler betrachten den Putschversuch als Höhepunkt einer langwierigen Entwicklung, die bereits mit Bolsonaros Präsidentschaft begann. Der Umgang mit den nachfolgenden Ereignissen zeigt, dass die Aufarbeitung zwar schnell voranschreitet, die gesellschaftlichen Hintergründe allerdings noch unklar sind. Während der eine Teil der Bevölkerung sich an der Demokratie beteiligt, gibt es weiterhin rechtsextreme Strömungen, die ebenfalls versucht haben, Einfluss zu gewinnen.
Am Jahrestag des Putschversuchs plant Präsident Lula da Silva, den 8. Jänner als „Tag der Demokratie“ zu begehen, um für die Stabilität der demokratischen Institutionen zu werben. Diese Ereignisse und die Reaktionen darauf markieren nicht nur eine kritische Zeit für Brasilien, sondern sind auch ein Zeugnis für die verschiedenen Kräfte, die in der brasilianischen Gesellschaft am Werk sind, wie in den Berichten von Spiegel thematisiert.