In der aktuellen ZIB2-Sendung war US-Präsident Donald Trump ein zentrales Thema. Unternehmensberaterin Sandra Navidi, die seit Jahrzehnten in den USA lebt, wurde eingeladen, um die aktuellen Entwicklungen zu analysieren. Martin Thür stellte die Frage, was sich bei Trump geändert habe, nachdem er anfänglich mit einer Botschaft des Friedens angetreten ist. Navidi konterte, dass Trump sich nicht geändert habe und ihn vielmehr persönliche Vorteile leiten. Sie warb um Aufmerksamkeit für Trumps aggressives Vorgehen in der internationalen Politik.

Besonders brisant sind Trumps Drohungen in Bezug auf Grönland, die von Navidi thematisiert wurden. Sie wies darauf hin, dass eine mögliche Annexion durch Trump bedeuten könnte, dass strenge Umweltvorschriften umgangen werden könnten. Milliardäre haben ein starkes Interesse an Grönland, was darauf hinweist, dass Territorienverkäufe für persönliche Bereicherung möglich sind. Trump, so Navidi, werde nicht aufhören, er sei gierig und werde auch an weiteren Gebieten interessiert sein. Es sei wichtig, jetzt aktiv zu werden und dem entgegenzuwirken.

Trumps Vorgehen in Venezuela und die Monroe-Doktrin

Trump zeigt auch in Bezug auf Venezuela keine Zurückhaltung. Laut einem Bericht von Merkur äußert er Drohungen gegenüber der venezolanischen Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, wobei er warnt, dass sie einen hohen Preis zahlen wird, wenn sie nicht das „Richtige“ tut. Außerdem strebt Trump an, Venezuelas Einfluss als Brückenkopf für China in Lateinamerika zurückzudrängen. Experten warnen, dass Trump hier eine neue Form des Imperialismus verfolgt, indem er der Monroe-Doktrin wieder mehr Bedeutung beimisst. Diese Doktrin, die in der Vergangenheit dazu diente, den europäischen Einfluss in der westlichen Hemisphäre zu brechen, wird als Grundpfeiler seiner Außenpolitik angesehen.

Der Politologe Siebo Janssen interpretiert die Drohungen gegen Venezuela als ernsthaft und sieht in Trumps Politik Anzeichen für einen imperialistischen Ansatz, der an das 19. Jahrhundert erinnert. Experten befürchten, dass Europa, unter dem Druck nationalistischer Bestrebungen, zu einer Kolonie degradiert werden könnte. Trumps Absicht, den US-Einfluss auf Südamerika und Grönland zu erweitern, um Rohstoffe zu kontrollieren, wird dabei als Teil seiner strategischen Pläne betrachtet.

Reaktionen und mögliche Folgen

Die Regierungen von Grönland und Dänemark sind alarmiert über Trumps Ankündigungen, die USA würden sich „in rund zwei Monaten“ um Grönland kümmern. Die Reaktionen innerhalb der EU sind gemischt, da einige politische Akteure die Notwendigkeit einer eigenständigen Souveränität betonen, während andere vor einem kontinuierlichen Rückgang der Einflussmöglichkeiten warnen. Auch im MAGA-Lager regt sich Kritik an Trumps Außenpolitik, wie die scharfen Worte von Marjorie Taylor Greene zeigen.

Die US-Außenpolitik insgesamt war in der Vergangenheit von einem Wechsel zwischen Isolationismus und Internationalismus geprägt, wobei die USA seit dem Zweiten Weltkrieg in einer Führungsposition innerhalb internationaler Organisationen stehen. Trump hingegen sieht sich vielmehr einer Rückkehr zu imperialistischen Zielen gegenüber, was in der aktuellen Situation für Spannungen zwischen den USA und anderen Nationen sorgen könnte.

Zusammenfassend ist zu beobachten, dass Trumps Außenpolitik nicht nur auf nationale Interessen fokussiert ist, sondern auch weitreichende geopolitische Implikationen mit sich bringt. In Anbetracht der Dynamik zwischen China, Russland und den USA wird die Entwicklung der kommenden Monate maßgeblich die internationale politische Landschaft beeinflussen.