Am 11. Jänner 2026 drohte US-Präsident Donald Trump Mexiko mit Konsequenzen wegen des Drogenhandels. Diese aggressiven Äußerungen könnten weitreichende Folgen für die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft haben, die in Zusammenarbeit mit Kanada und Mexiko stattfinden soll. Trump betonte, dass Mexiko sich zusammenreißen muss, um negative Konsequenzen zu vermeiden. Sollte es zu einer US-Militäraktion in Mexiko kommen, wäre die Gemeinschaftsweltmeisterschaft, in der 10 Spiele in Mexiko geplant sind, akut gefährdet. Solch eine Eskalation würde nicht nur die Austragung der WM gefährden, sondern könnte auch zu Vertragsbrüchen und Schadenersatzklagen führen, da die FIFA keinen Notfallplan für derartige Entwicklungen hat. FIFA-Präsident Gianni Infantino, ein enger Vertrauter Trumps, könnte versuchen, die Situation jedoch zu beschwichtigen, was die Dringlichkeit unterstreicht.

Die geopolitische Lage hat sich aufgrund der kürzlichen Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte zusätzlich zugespitzt. Wie DW berichtet, wurde Maduro am 3. Jänner 2026 festgenommen und in die USA überführt, wo er wegen Drogenterrorismus angeklagt wurde. Diese Intervention wird von vielen als völkerrechtswidrig angesehen und ist Teil einer langen Tradition von US-Eingriffen in Lateinamerika, die oft unter dem Vorwand der regionalen Sicherheit gerechtfertigt werden.

US-Interventionen in Lateinamerika

Die Interventionen der USA in Lateinamerika sind eine komplexe Geschichte, die bis zur Monroe-Doktrin von 1823 zurückreicht. Diese Politik, in der Präsident James Monroe europäische Mächte aufforderte, ihre kolonialen Bestrebungen in der westlichen Hemisphäre zu beenden, wurde im Laufe der Jahre mehrfach erweitert. Insbesondere unter Präsident Theodore Roosevelt wurde die Doktrin so interpretiert, dass sie militärische Interventionen und Aufstände rechtfertigte.

Beispiele für bedeutende US-Interventionen seit dem Zweiten Weltkrieg sind:

  • Guatemala (1954): CIA unterstützte den Staatsstreich gegen Präsident Jacobo Árbenz, der Landreformen einführte.
  • Kuba (1961): Invasion in der Schweinebucht scheiterte und verstärkte die Spannungen im Kalten Krieg.
  • Chile (1973): Unterstützung für den Putsch gegen Präsident Salvador Allende durch General Augusto Pinochet.
  • Grenada (1983): Invasion zum Schutz von US-Bürgern nach der Ermordung von Premierminister Maurice Bishop.
  • Panama (1989): Operation „Just Cause“ zur Festnahme von General Manuel Noriega wegen Drogenhandels.

Die Rolle der Monroe-Doktrin und die „Donroe-Doktrin“

Die aktuelle Sicherheitspolitik der USA, wie in der nationalen Sicherheitsstrategie von 2025 umrissen, fokussiert sich stark auf die Wiederherstellung der amerikanischen Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre. Trump selbst hat auf die Monroe-Doktrin verwiesen und bezeichnete seine Politik sogar als „Donroe-Doktrin“, was die Ambitionen der USA unterstreicht, ihre Dominanz in der Region zu behaupten. Dabei bleibt die amerikanische Intervention in Lateinamerika ein umstrittenes Thema, das sowohl politische als auch gesellschaftliche Spannungen in der Region erzeugt.

Die FIFA muss sich in dieser turbulent politischen Lage bewähren, während die Welt auf die bevorstehende WM blickt. Die Kombination aus geopolitischen Spannungen und Sport stellt nicht nur die Organisation vor Herausforderungen, sondern könnte auch die ganze Veranstaltung gefährden.

Insgesamt zeigt sich, dass Trumps aggressive Außenpolitik weitreichende Auswirkungen hat, die über die Sportwelt hinausgehen. Abgesehen von der unmittelbaren Gefahr für die Fußball-Weltmeisterschaft stehen auch die Beziehungen zu Nachbarländern auf dem Prüfstand.

So bleibt abzuwarten, inwiefern sich diese Entwicklungen auf die gemeinsame Austragung der WM auswirken werden, während die globale Fußballgemeinschaft besorgt die Entwicklungen verfolgt. Die Partnerländer, insbesondere Mexiko und Kanada, sowie die FIFA selbst befinden sich in einer angespannten Wartesituation, die nur durch diplomatische Lösungen entschärft werden kann.

Die Situation verdeutlicht einmal mehr die Wechselwirkung zwischen Sport und Politik und fordert die verantwortlichen Akteure heraus, eine Balance zwischen beiden Bereichen zu finden.