Am Mittwoch treffen sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen sowie der US-Vizepräsident JD Vance und der US-Außenminister Marco Rubio in Washington, um über die geopolitische Lage Grönlands zu sprechen. Auch die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt wird bei diesem entscheidenden Treffen anwesend sein. Vance hat auf eigenen Wunsch an dem Gespräch im Weißen Haus teilgenommen, das Teil eines umfangreicheren Dialogs zwischen den USA und Dänemark ist. Ein weiteres Treffen ist bereits für Ende der Woche geplant, bei dem voraussichtlich acht US-Senatoren, darunter die Unterstützerin der Eigenständigkeit Grönlands, Lisa Murkowski, erwartet werden. Murkowski setzt sich für ein Freies-Assoziationsabkommen (COFA) mit Grönland ein.
Das Treffen erfolgt vor dem Hintergrund steigender Spannungen zwischen den USA und Dänemark, die durch Drohungen von US-Präsident Donald Trump zur Annexion Grönlands ausgelöst wurden. Trump beruft sich auf nationale Sicherheitsinteressen und die strategische Bedeutung Grönlands, die in der geopolitischen Landschaft der Arktis zunehmend an Relevanz gewinnen. Dänemark und Grönland haben Trumps Ansprüche entschieden zurückgewiesen, unterstützt von europäischer Seite. Laut Tagesschau bemüht sich die dänische Regierung um Beschwichtigung und betont den Kooperationswillen, während die Opposition klare Ansagen an den US-Präsidenten fordert.
Die geopolitische Bedeutung Grönlands
Grönland, das offiziell zum Königreich Dänemark und zur NATO gehört, steht nicht nur politisch im Fokus, sondern spielt auch eine zentrale Rolle im globalen Kontext der geostrategischen Interessen. Der grönländische Eisschild ist einer der größten Verursacher des steigenden Meeresspiegels und das Abschmelzen des Festlandeises könnte einen Kipppunkt im globalen Klimasystem auslösen, was weitreichende Folgen für Küstenregionen und das Klima in Europa haben könnte. Multilaterale Lösungen sind erforderlich, um die Herausforderungen der anthropogenen Erderwärmung zu bewältigen und die geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen China und den USA, zu adressieren, wie die bpb berichtet.
Grönland hat in den letzten Jahren eine strategische Aufwertung erfahren, nicht nur aufgrund seiner Rohstoffe, sondern auch wegen der wachsenden wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung, insbesondere durch den Klimawandel und das Schmelzen des Meereises. Dies eröffnet neue Handelsrouten zwischen Asien und Europa, aber auch geopolitische Spannungen. China zeigt Interesse an der Region, was Dänemark und die USA besorgt. Dänemark hat ein Arktiskommando eingerichtet, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten, während Grönland bestrebt ist, seine Eigenständigkeit zu fördern und eine eigene Außenpolitik zu verfolgen.
Die Besorgnis über Trumps aggressive Rhetorik zur Annexion hat auch in der dänischen Politik Frustration verursacht. Der ehemalige Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen kritisierte das Verhalten der US-Regierung, während die grönländische Bevölkerung, insbesondere in Nuuk, Angst vor den möglichen Folgen eines internationalen Streits hat. Während die Verhandlungen weitergehen, bleibt die Zukunft Grönlands und seine Beziehung zu Dänemark und den USA ungewiss.