
In Taiwan, Stunden nach Donald Trumps kaltem Amtseintritt in Washington hat das Parlament in Taipei beschlossen, Milliarden von Dollar für die Verteidigungsausgaben einzufrieren. Diese Entscheidung sorgt bei einigen für Besorgnis, dass der oft transaktionale Präsident verärgert sein könnte, zumal er bereits gefordert hat, dass Taipei „mehr“ für den US-Schutz zahlen soll.
Die Rolle der USA und Taiwans Verteidigungsstrategien
Die USA sind der wichtigste Verbündete und Waffenlieferant für Taiwan, einer demokratisch regierten Insel und Hochburg der Halbleiterproduktion. Die Kommunistische Partei Chinas sieht Taiwan als Teil ihres Territoriums, obwohl sie nie Kontrolle darüber hatte, und hat geschworen, die Insel eines Tages, notfalls mit Gewalt, zurückzuholen.
Der von der Opposition geführte Beschluss zum Einfrieren der Verteidigungsausgaben unterstreicht die innenpolitischen Herausforderungen, vor denen Taiwans Präsident Lai Ching-te steht, während China seine diplomatischen und militärischen Bemühungen verstärkt, um die Insel zu isolieren und einzuschüchtern.
Politische Unsicherheit und internationale Unterstützung
„Wenn nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen, um Taiwans Verteidigungsreformen und -fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern, wird die internationale Gemeinschaft an Taiwans Entschlossenheit zweifeln, sich zu verteidigen“, erklärte Lai am Dienstag in einem Facebook-Post.
Die Verwaltung von Lai kritisierte auch den von der Opposition unterstützten Haushaltsfreeze, der lokal entworfene U-Boote und ein einheimisches Drohnenprogramm umfasst. Laut Taiwans Premier Cho Jung-tai war dieser Schritt „selbstmörderisch“, während Verteidigungsminister Wellington Koo betonte, dass dies „das falsche Signal an die USA“ sende.
Trump und die Sorge um Taiwans Sicherheit
Trumps Rückkehr an die Macht und seine „America First“-Agenda haben Besorgnis in Taiwan ausgelöst bezüglich Washingtons Verpflichtung zur Verteidigung der Insel im Falle einer chinesischen Invasion. Über Jahrzehnte hat die USA eine enge Sicherheitskooperation mit Taipei aufrechterhalten, obwohl sie keine formellen diplomatischen Beziehungen haben. Laut dem Taiwan Relations Act ist die USA gesetzlich verpflichtet, Taiwan mit Mitteln zur Selbstverteidigung zu versorgen. Allerdings bleibt Washington in seiner Antwort auf eine mögliche Invasion absichtlich vage – eine Politik, die als „strategische Ambiguität“ bekannt ist.
Militärische Herausforderungen und Lösungen
Trotz seiner umfangreichen US-Waffenbestände ist Taiwan militärisch erheblich unterlegen gegenüber Peking, das die größte stehende Armee der Welt unterhält und etwa 11-mal mehr für die Verteidigung ausgibt als Taiwan. Experten äußern Bedenken hinsichtlich der Effektivität von Taiwans Reservistrainings und dem langsamen Fortschritt des Militärs bei der Umstellung auf asymmetrische Kriegsführung.
Die Regierung warnte, dass neue Kürzungen im Budget – die alles von der Gesundheitsversorgung bis zu den Ausgaben für auswärtige Angelegenheiten abdeckten – ihre Fähigkeit, kritische Infrastruktur zu reparieren, beeinträchtigen würden, was Bedenken hinsichtlich der Verwundbarkeiten aufwirft, die von Peking ausgenutzt werden könnten.
„Egal ob mit oder ohne Trumps Amtseinführung, angesichts Chinas zunehmender Aggression gegenüber Taiwan ist es in der Tat die oberste Priorität Taiwans, das Selbstverteidigungsbudget weiter zu erhöhen“, betonte Yen. „Das ist definitiv kein gutes Signal.“
Inmitten dieser Herausforderungen bleibt die Bedeutung von Taiwans Halbleiterindustrie, die eine entscheidende Rolle bei der globalen AI-Revolution spielt, ein potenzieller Abschreckungsfaktor gegen Peking. Ein Anwohner der Hauptstadt Taipei äußerte, dass Taiwan gut aufgestellt sei, um seine Interessen zu schützen und geopolitische Spannungen zu navigieren.
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