Am Donnerstagabend ereigneten sich zwei bedauerliche Rodelunfälle auf der Rodelbahn der Hochzeiger Bergbahnen in Jerzens, Tirol. Bei diesen Vorfällen wurden jeweils ein achtjähriges Kind verletzt. Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung passierte der erste Unfall gegen 20:45 Uhr, als ein 40-jähriger Mann aus Polen mit seiner Tochter talwärts fuhr. Unterhalb des „Jagerheisl“ befanden sich mehrere Personen am Rand des Weges. Der Rodler konnte nicht rechtzeitig ausweichen, und seine Tochter prallte gegen eine abgestellte Rodel, was zu Verletzungen am rechten Oberschenkel führte.
Die Tragik des ersten Vorfalls wird dadurch verstärkt, dass die anderen Beteiligten des Unfalls flüchteten und bislang nicht identifiziert werden konnten. Die Rettung brachte die achtjährige Verletzte umgehend ins Krankenhaus nach Zams. Nur eine halbe Stunde später ereignete sich ein weiterer Unfall auf derselben Rodelbahn. Ein achtjähriger Schweizer wurde von einem nachkommenden Rodler gerammt, als er mit seiner Mutter, die auf einer separaten Rodel fuhr, unterwegs war. Er verletzte sich am linken Oberschenkel und wurde von der Bergrettung erstversorgt.
Unfallursachen und Ermittlungen
Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen Fahrerflucht. Auch der zweite Rodler, der den Unfall verursachte, setzte seine Fahrt fort, ohne sich um das verletzte Kind zu kümmern. Diese Vorfälle verdeutlichen die Gefahren, die mit dem Rodeln verbunden sind, insbesondere in stark frequentierten Bereichen.
Statistiken zum Rodeln zeigen, dass in der aktuellen Rodelsaison, die von November bis März dauert, im Durchschnitt 14 Menschen pro Tag so schwer verletzt werden, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. Diese Daten wurden von der KFV veröffentlicht. 31 Prozent der Verletzten sind dabei Kinder unter 15 Jahren. Die häufigsten Unfallursachen sind Stürze und Kollisionen, wobei etwa 26 Prozent der Unfälle durch Zusammenstöße mit statischen Objekten, wie Bäumen oder Hinweistafeln, entstehen.
Präventionsmaßnahmen für sichere Rodelerlebnisse
Dr. Johanna Trauner-Karner, eine Expertin auf dem Gebiet, rät dazu, während der Rodelsaison Helme zu tragen und die richtige Bremstechnik sowie eine sichere Sitzposition zu beachten – insbesondere sollten Kinder hinter Erwachsenen sitzen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Für Rodelbegeisterte ist es wichtig, Rodeln nur auf übersichtlichen und hindernisfreien Hängen durchzuführen.
Zusätzlich gibt es von der KFV praktische Tipps zur Unfallvermeidung, wie die Verwendung von Schutzausrüstungen und die Anpassung der Geschwindigkeit an die Fähigkeiten der Fahrer und die Schneebedingungen. In einem Jahr verletzen sich in Österreich rund 2.100 Personen beim Rodeln so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Dies ist ein alarmierendes Zeichen für die Sicherheit im Wintersport und zeigt die Notwendigkeit zusätzlicher Vorsichtsmaßnahmen.