Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) verzeichnete im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Anstieg der Besucherzahlen. Über 93.000 Menschen besuchten die Ausstellung, was einem Zuwachs von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht das wachsende Interesse der Öffentlichkeit an zeithistorischen Themen und an der Präsentation der österreichischen Geschichte. Die Direktorin des hdgö, Monika Sommer, möchte mit ihren Angeboten Orientierung bieten und verschiedene Perspektiven auf die Geschichte sichtbar machen, wie Kleine Zeitung berichtet.

Ein herausragendes Event im kommenden Jahr wird die Eröffnung der neuen Ausstellung „Alles Arbeit. Frauen zwischen Erwerbs- und Sorgetätigkeit“ sein, die am 29. Jänner 2026 stattfinden wird. Diese Ausstellung wird thematisch das Verhältnis von bezahlter, unbezahlter und prekärer Arbeit von Frauen in der Nachkriegszeit in der Steiermark beleuchten. Ziel ist es, die Sichtbarkeit dieser Tätigkeiten zu erhöhen und die gesellschaftlichen Normen, die sie definieren, kritisch zu hinterfragen. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Museum für Geschichte Graz, einem Teil des Universalmuseums Joanneum, organisiert. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der Arbeitswelt von Frauen, die in dieser Zeit oft im Schatten der Erwerbsarbeit standen, so hdgoe.at.

Details zur bevorstehenden Ausstellung

Die bevorstehende Ausstellung „Alles Arbeit“ baut auf einer ursprünglichen Präsentation auf, die bereits 2024 im Museum für Geschichte Graz zu sehen war. Sie basiert auf rund 60.000 Pressefotografien, die sowohl die Erwerbstätigkeit als auch die unbezahlte Sorgearbeit von Frauen darstellen. Gezeigt werden Fotografien in verschiedenen Formaten, die nicht nur die bedeutende Rolle von Frauen in der Industrie, Landwirtschaft und im Dienstleistungssektor illustrieren, sondern auch die Herausforderungen und Mehrfachbelastungen thematisieren, denen Frauen ausgesetzt sind. Vor allem die systemrelevanten Berufe, die seit der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen haben, befinden sich im Fokus. In diesem Kontext wird die Ausstellung auch das historische Fotoarchiv von „Foto Blaschka“ verwenden, dessen weibliche Akteurinnen oft nicht ausreichend gewürdigt wurden, wie 5min.at beschreibt.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Biografie von Erika Blaschka, der Ehefrau des Gründers von „Foto Blaschka“, gelegt. Diese Biografie stellt die oft unsichtbaren Frauen hinter den Kulissen ins Rampenlicht und thematisiert deren bedeutenden, jedoch oft vernachlässigten Beitrag zur Fotografie und zur Dokumentation weiblicher Arbeitswelten.

Zukunftsperspektiven des hdgö

Das Haus der Geschichte Österreich plant, auch zukünftig kritische und zugängliche Zugänge zur österreichischen Zeitgeschichte zu bieten. Die Direktorin Monika Sommer hat erneut die Absicht bekräftigt, verschiedene Facetten der Geschichte zu thematisieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem wurde die Übersiedlung des Hauses ins Museumsquartier ins Spiel gebracht, doch der Eröffnungstermin im Herbst 2028 ist derzeit fraglich. Die laufenden Entwicklungen und die Programmplanung des hdgö zeigen jedoch die dynamische Auseinandersetzung mit historischen Themen und deren Relevanz für die heutige Gesellschaft.