Am 22. Jänner 2026 fand der Jahresauftakt von Leitbetriebe Austria am Flughafen Wien statt. Die Veranstaltung, die unter dem Motto der Steigerung von Produktivität, Investitionen und unternehmerischer Verantwortung stand, hatte das Ziel, wirtschaftliche Perspektiven für das Jahr 2026 aufzuzeigen. Monica Rintersbacher, die Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria, betonte die zentrale Bedeutung der Produktivität für die Beschäftigung und die Zukunftssicherung in Österreich. Auch Günther Ofner, Vorstandsdirektor des Flughafens Wien, präsentierte die Geschäftsentwicklung von 2025 und einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Geplant sind für 2026 Investitionen von rund 330 Millionen Euro. Diese Mittel sollen unter anderem in den Ausbau des Flughafens Wien-Schwechat sowie in Aktivitäten in Malta fließen. Ofner kritisierte jedoch die Herausforderungen, die durch die EU-Überregulierung und lange Genehmigungsverfahren für den Wirtschaftsstandort Österreich entstehen. Neben den Investitionsplänen wurden auch Zertifikate an neu- und rezertifizierte Leitbetriebe verliehen, die für Verlässlichkeit, nachhaltiges Wirtschaften und langfristige Orientierung stehen.

Übernahme und Kontinuität

Ein weiterer wichtiger Punkt des Events war die Übergabe der Gesellschaftsanteile von Andreas Gnesda an Monica Rintersbacher. Gnesda, der seit 2011 Teil der Organisation war und seit 2012 operativ führte, betonte die Bedeutung dieser Übergabe für die Kontinuität der Organisation. Rintersbacher dankte Gnesda für seine Arbeit und unterstrich die Notwendigkeit von Vorbildwirkung und unternehmerischer Leistungsfähigkeit.

Zusätzlich wurden während der Veranstaltung Video-Interviews mit den Gastgebern sowie neu- und rezertifizierten Unternehmer:innen durchgeführt, um die Vision und Herausforderungen von Leitbetriebe Austria weiter zu beleuchten. Die Organisation steht vor der Aufgabe, die Weichen für eine zukunftsfähige und produktive Wirtschaft zu stellen.

Wirtschaftliche Herausforderungen in Europa

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, wie der Wegfall von günstigem russischen Gas und steigende Energiekosten, tragen zur angespannteren Lage bei. Draghi schlug in seinem Bericht eine europäische Strategie vor, die sich auf drei zentrale Handlungsfelder konzentriert: das Schließen der Innovationslücke, einen integrierten Plan für Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Stärkung der Resilienz und Abbau von Abhängigkeiten.

Hierbei ist eine differenzierte Industriepolitik gefordert, die unter anderem den Import von Technologien für Dekarbonisierung sowie den Schutz arbeitsintensiver Sektoren beinhaltet. Es wird geschätzt, dass ein zusätzlicher Investitionsbedarf von mindestens 750 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich ist, um die angesprochenen Herausforderungen zu bewältigen.

Europäische Strategien zur Wettbewerbsfähigkeit

Im weiteren Verlauf wird im Wettbewerbskompass der Europäischen Kommission, vorgestellt von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 29. Jänner 2025, auf die grundlegenden Ansätze eingegangen, die auf dem Draghi-Bericht basieren. Die Prioritäten liegen auf der Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und der Erreichung von Klimazielen. Die Ziele reichen von der Schließung der Innovationslücke zur Schaffung eines gemeinsamen Fahrplans für Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit bis hin zur Verringerung übermäßiger Abhängigkeiten.

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, stehen fünf horizontale Faktoren im Vordergrund, wie die Vereinfachung von Abläufen, der Abbau von Hindernissen für den Binnenmarkt, die Finanzierung von Wettbewerbsfähigkeit sowie die Förderung von Kompetenzen und hochwertigen Arbeitsplätzen. Zudem ist eine bessere Koordinierung der politischen Maßnahmen auf EU- und nationaler Ebene angestrebt, um die EU als führenden Standort für grüne Technologien und Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

Die Herausforderungen, vor denen die europäische Wirtschaft steht, sind vielschichtig, und die genannten Ansätze zeigen die Richtung auf, die sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene eingeschlagen werden muss. Der Jahresauftakt von Leitbetriebe Austria wird somit zum Ausgangspunkt für wesentliche Diskussionen und Entscheidungen, die weit über Österreich hinausreichen.