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In Österreich steht die Bildungskarenz, ein wichtiges Instrument zur beruflichen Weiterbildung, vor einer ungewissen Zukunft. Nach den gescheiterten Regierungsverhandlungen zwischen der FPÖ und der ÖVP rücken nun mögliche Änderungen in den Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS ins Blickfeld. Vor allem die Finanzierung des Weiterbildungsgeldes, das jährlich mehrere Hundert Millionen Euro kostet, ist ein heißes Thema, wie willhaben berichtet. Dabei zeigen Umfragen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung – rund 75 Prozent der Befragten – die Bildungskarenz als sinnvoll erachtet, insbesondere in den Bundesländern Wien, Oberösterreich und Steiermark. Dies spiegelt sich auch bei jenen wider, die sie in Anspruch genommen haben: Über 94 Prozent würden diese Möglichkeit erneut nutzen.
Abschaffung in der Diskussion
Die Bildungskarenz ist eine Form der Freistellung vom Job für Bildungszwecke, jedoch mit Risiken verbunden, da keine rechtliche Garantie für die Genehmigung durch den Arbeitgeber besteht. Auch ein Rückgang der legitimen Nutzung wird von Kritikern befürchtet, wie die Arbeiterkammer informiert. Viele sehen in der geplanten Abschaffung eine notwendige Maßnahme zur Entlastung des Sozialsystems, während andere betonen, dass die Bildungskarenz wesentliche Vorteile für die berufliche Entwicklung bietet. Befragte, die gegen ein Ende der Bildungskarenz sind, nennen häufig die positive Auswirkung auf die Karrierechancen und die Chancengleichheit für Menschen mit Familienpflichten als Hauptgründe für ihre Unterstützung.
Die mögliche Reform könnte eine Nachfolgeregelung nach sich ziehen, die jedoch strenge Kriterien für die Inanspruchnahme der Bildungskarenz enthalten würde. Diesbezüglich haben viele Befragte bereits Vorschläge gemacht, um sicherzustellen, dass die Bildungskarenz weiterhin der Weiterbildung zugutekommt und nicht als Ausrede für einen unproduktiven Jobwechsel genutzt wird. Die nächsten Wochen und Monate werden entscheidend sein, um zu klären, ob und in welcher Form die Bildungskarenz in Zukunft fortbesteht oder reformiert wird.
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