Mit dem Inkrafttreten einer vorgezogenen Anhebung der Tabaksteuer im Februar 2023 müssen Verbraucher in Österreich mit erheblichen Preissteigerungen bei Zigaretten rechnen. Laut oe24 erhöhen zahlreiche Hersteller ihre Preise bereits zu Beginn des Jahres. Die beliebte Marke Marlboro erreicht zum ersten Mal die Sieben-Euro-Marke, nachdem der Preis um 10 Cent auf 7,00 Euro angehoben wurde.

Auch die Zigarettenmarke Camel verteuert sich um 30 Cent auf 6,80 Euro. Weitere Preissteigerungen betreffen die Sorte „Meine Sorte“, die nun 7,30 Euro kostet. Während die Marke L&M vorerst stabil bleibt, haben Hersteller wie JTI und Philip Morris bereits Preisanpassungen angekündigt.

Erwartete Preisanstiege durch EU-Pläne

Zusätzlich zu den nationalen Preissteigerungen plant die EU eine Erhöhung der Tabaksteuern, was zu einer weiteren Belastung vieler Raucher führen könnte. Die Kommission schlägt vor, den Mindeststeuersatz für Zigaretten von 90 Euro auf 215 Euro pro 1.000 Stück zu erhöhen. Experten warnen, dass der Preis für Markenzigaretten auf über 12 Euro und für Feinschnitttabak auf mehr als 18 Euro ansteigen könnte, wie tagesschau.de berichtet.

Jan Mücke vom BVTE weist darauf hin, dass eine derartige Preispolitik den Schwarzmarkt ankurbeln könnte. Der Anteil unversteuerter Zigaretten liegt in Deutschland bereits bei etwa 20%, und in Ländern wie Großbritannien steigt dieser Wert auf über 40%. Mücke warnt, dass erhöhte Preise kriminelle Aktivitäten anziehen und Raucher zu illegalen Produkten drängen könnten.

Gesundheit und Steuereinnahmen

Trotz dieser Bedenken unterstützen einige Gesundheitsexperten die unerlässlichen Preissteigerungen. Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum erklärt, dass bereits eine Preiserhöhung um 10% zu einem Rückgang des Tabakkonsums in einkommensstarken Ländern um etwa 4% führen kann. Die Tabaksteuereinnahmen in Deutschland betragen jährlich etwa 20 Milliarden Euro, wobei der Bund 2022 insgesamt 15,6 Milliarden Euro durch Tabaksteuern einnahm.

Die geplanten Steuererhöhungen stoßen jedoch auf Widerstand in den Mitgliedstaaten, da viele befürchten, dass diese trotz der Preiserhöhungen die Gesamteinnahmen reduzieren könnten. In den letzten Jahren haben sich die Steuereinnahmen aus Zigaretten in den Niederlanden um etwa ein Viertel verringert, und die Regierung hat Schwierigkeiten, den illegalen Handel einzudämmen, wie n-tv.de berichtet.

Experten warnen davor, dass ein Anstieg des Schwarzmarkts die Arbeit der Behörden erheblich gefährden könnte. Die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft fordert daher eine proaktive Bekämpfung des Tabakschmuggels und eine Vereinfachung der bestehenden Tabakgesetze, um die Verantwortlichen besser zu unterstützen und das Gesundheitsschutzpotential der erhöhten Steuersätze voll auszuschöpfen.