Ab dem 19. Jänner 2026 sind die Zigarettenpreise in Österreich gestiegen, was viele Raucher und die Trafikanten vor Herausforderungen stellt. Die Preiserhöhung beläuft sich auf 10 bis 40 Cent pro Packung, sodass ein Packerl Marlboro nun 7 Euro kostet. Die neuen Preisregelungen sind Teil einer umfassenden Reform der Tabaksteuer, die im Februar 2026 in Kraft tritt. Diese Maßnahme soll nicht nur den Staatskassen zugutekommen, sondern auch dem Gesundheitsschutz dienen, indem die Konsummuster verändert werden.
Wie vol.at berichtet, sind insbesondere günstigere Zigarettenmarken von der Preiserhöhung betroffen. Im Gegensatz dazu wurden Premium-Marken wie Marlboro moderat angehoben. Die Preise für Zigaretten steigen regelmäßig, meist im Frühling, im Rahmen eines mehrjährigen Stufenplans der Regierung bis Herbst 2026. Rund 76 Prozent des Zigarettenpreises in Österreich setzen sich aus Steuern, einschließlich der Tabaksteuer und 20 % Mehrwertsteuer, zusammen.
Regionale Unterschiede und Schmuggel
Die Zigarettenpreise in der Grenzregion Vorarlberg variieren erheblich: Ein Preisvergleich zeigt, dass das Durchschnittspreisniveau in Österreich bei etwa 6,50 Euro liegt. In Deutschland liegen die Preise zwischen 7,00 und 8,50 Euro, während sie in der Schweiz umgerechnet bei etwa 8,50 Euro und in Italien bei 6,00 bis 6,50 Euro liegen. Vorarlberger könnten versuchen, in Nachbarländern einzukaufen, jedoch sind die Preise dort meist höher.
Ein großes Problem stellt der Schmuggel dar. Schätzungen zufolge waren 2025 rund 13 Prozent der in Österreich konsumierten Zigaretten nicht im Inland versteuert. Dies entspricht etwa 1,6 Milliarden Stück, und insbesondere bei Drehtabak gibt es Hinweise auf illegale Ware. Die neuen Gesetzgebungen und Steueranpassungen sollen auch dieser Problematik entgegenwirken.
Politische und gesellschaftliche Reaktionen
Der im Nationalrat beschlossene Gesetzesentwurf zur Erhöhung der Tabaksteuer und zur Einführung neuer Meldepflichten für Tabakerzeugnisse zeigt, dass auch die politische Landschaft auf diese Entwicklungen reagiert. Regierungsfraktionen wie die ÖVP, SPÖ, NEOS und die Freiheitlichen unterstützen die Maßnahmen, während Politiker wie Gerhard Kaniak von der FPÖ und Ralph Schallmeiner von den Grünen kritische Stimmen laut äußerten. Kaniak bezeichnete die kurzfristige Änderung als „Husch-Pfusch-Regelung“, während Schallmeiner das Vorgehen als „unpackbar“ kritisierte und die Nähe zur Nikotin-Lobby in Frage stellte. Diese Spannungen unterstreichen die Komplexität der Thematik, die nicht nur ökonomische, sondern auch gesundheitspolitische und gesellschaftliche Fragestellungen aufwirft.
Ein wichtiger Fokus der Reformen liegt auf dem Gesundheitsschutz. Die Preissteigerungen und die geplanten Maßnahmen sollen in der Bevölkerung zu einem Rückgang des Konsums führen. Auch die Verwendung von Liquids für E-Zigaretten und Nikotinbeuteln wird ab April 2026 mit einer Steuer belegt, und diese Produkte dürfen dann nur noch in Trafiken verkauft werden. Dies ist ein weiterer Schritt des Gesetzgebers, um den Zugang zu Tabakprodukten zu regulieren.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Zigarettenpreise und die neuen gesetzlichen Regelungen auf das Kaufverhalten der Raucher auswirken werden und ob die gesteckten gesundheitspolitischen Ziele erreicht werden können.