Ein 56-jähriger Mann wurde nach einer brutalen Würgeattacke auf seine Ex-Freundin in Untersuchungshaft genommen. Der Vorfall ereignete sich im Bezirk Vöcklabruck, als der Mann seine Ex-Partnerin bedrohte und würgte. Die 29-jährige Rumänin dokumentierte das Geschehen mit ihrem Handy und erstattete umgehend Anzeige. Dies brachte den Mann, der im November 2025 aus der Haft entlassen worden war und bereits zehn Vorstrafen im Register aufwies, in ernsthafte rechtliche Schwierigkeiten. Während der anschließenden Polizeikontrolle zeigten sich seine Aggressionen ungebrochen; in seiner Wohnung fanden die Beamten einen Schlagring und Nunchakus.
Der Vorfall ereignete sich, als die Frau nach ihrer Abreise aus Österreich zurückkehrte, um als Zeugin in einem anderen Gerichtsverfahren auszusagen. Nach einem Treffen am Montagabend entglitt der Situation die Kontrolle, was ein unbeteiligter Zeuge bemerkte und daraufhin die Polizei verständigte. Bei der Vernehmung drohte der Mann der Frau, sie umzubringen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Wels wurde er in die Justizanstalt Wels überstellt, wo Untersuchungshaft beantragt wurde, um weitere Gewalttaten zu verhindern.
Steigende Häufigkeit von Gewalt gegen Frauen
Dieser Fall reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein, die sich in den vergangenen Jahren in der Gesellschaft abzeichnet. Laut einer Studie des BMBF und des BKA sind die Zahlen der Straftaten gegen Frauen und Mädchen alarmierend gestiegen. Im Jahr 2024 wurden 53.451 weibliche Opfer von Sexualdelikten registriert, was einem Anstieg von 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei bleibt festzuhalten, dass knapp die Hälfte der Opfer minderjährig war.
Des Weiteren zeigt das Bundeslagebild, dass 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt wurden, wobei 70,4 % davon Frauen sind. Die Dunkelziffer ist jedoch hoch, da die Anzeigequote bei häuslicher Gewalt unter 10 % liegt. „Die Erfahrungen mit Gewalt werden oft aus Angst oder Scham nicht angezeigt,“ heißt es in der Studie LeSuBiA. 2024 wurden 132 Frauen und 24 Männer durch Partnerschaftsgewalt getötet und 859 Frauen und Mädchen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten.
Häusliche Gewalt auf höchstem Stand
Häusliche Gewalt umfasst nicht nur Partnerschaftsgewalt, sondern auch innerfamiliäre Gewalt. Laut Berichten des BKA waren im Jahr 2024 insgesamt 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt, was einem Anstieg von 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Rund 80 % der Opfer sind Frauen, während 77,7 % der Tatverdächtigen männlich sind. Die häufigsten Delikte sind Körperverletzungen, und die Taten fanden oft in den eigenen vier Wänden statt.
Die Berichte über diesen spezifischen Vorfall in Vöcklabruck und die übergreifende Problematik von Gewalt gegen Frauen unterstreichen die Dringlichkeit, effektive Hilfsangebote und Schutzmechanismen zu implementieren. Hilfetelefone, wie das „Gewalt gegen Frauen“-Telefon unter der Nummer 116 016, sowie Beratungsstellen bieten Unterstützung für Betroffene an.
Die Situation erfordert nicht nur rechtliche Maßnahmen, sondern auch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen nachhaltig zu reduzieren und ein sicheres Umfeld zu schaffen.