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Wildkatzen im Nationalpark Thayatal: Forschung und Feierlichkeiten zum Jubiläum!

Am 2. April 2025 fand im Nationalparkhaus in Hardegg ein bedeutender Anlass statt: LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf kündigte den Start eines neuartigen Wildkatzentelemetrie-Projekts an. Diese Initiative fällt in das Jubiläumsjahr des Nationalparks Thayatal, welcher seit seiner Gründung im Jahr 2000 auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte für den Naturschutz und die regionale Entwicklung zurückblickt. Der Park zieht jährlich zwischen 80.000 und 100.000 Besucher an, von denen etwa 35.000 das Nationalparkhaus aufsuchen.

Die Beliebtheit des Nationalparks zeigt sich auch in den Übernachtungszahlen. Im vergangenen Jahr wurden im Wildkatzencamp 5.000 Übernachtungen verzeichnet, während für dieses Jahr bereits 6.000 Voranmeldungen eingegangen sind. Zudem erfreuen sich die Nächtigungszahlen in Hardegg einer erfreulichen Vervierfachung und überschreiten nun 10.000 Übernachtungen.

Wildkatzenforschung im Fokus

Die Entdeckung der Wildkatze, die lange als ausgestorben galt, erfolgte im Jahr 2007. Nationalparkdirektor Christian Übl präsentierte beeindruckende Ergebnisse dieser Forschung: Insgesamt wurden 25 genetische und 23 Foto-Nachweise von Wildkatzen im Nationalpark gesammelt. Neue genetische Analysen zeigen eine Verwandtschaft zwischen Wildkatzen im Thayatal und jenen in der Wachau, was die Bedeutung des Nationalparks als Lebensraum unterstreicht.

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Das aktuelle Telemetrie-Projekt wird durch das gezielte Tracking von zwei Findlingskatzen aus Frankreich ergänzt, die mit Sendern ausgestattet wurden. Diese Sender sollen ein Jahr lang Daten über das Wanderverhalten und die Lebensraumnutzung der Wildkatzen liefern. Während weibliche Tiere ein Revier von 300 bis 500 Hektar benötigen, erstreckt sich der Bewegungsradius der männlichen Wildkatzen auf 1.200 bis 2.000 Hektar.

Kooperation und Erhalt der Artenvielfalt

Der Nationalpark Thayatal hat sich zum Ziel gesetzt, die Wildkatzenpopulation durch Forschungsaktivitäten zu sichern. Im Rahmen einer breiteren Analyse sollen Waldkorridore untersucht werden, um Verbindungen zu anderen Waldgebieten und Wildkatzenpopulationen in Bayern und der Slowakei aufzuzeigen. Laut np-thayatal.at zeigen die Ergebnisse, dass die Wildkatzen bevorzugt diese Korridore zur Wanderschaft nutzen.

Zusätzlich werden Lockstoffanalysen durchgeführt, um bessere Ergebnisse in der Wildkatzenforschung zu erzielen. In diesem Zusammenhang hat Baldrian als bevorzugter Lockstoff an Bedeutung gewonnen, wobei auch andere Duftstoffe getestet werden. Ein Fokus liegt ebenso auf der Analyse von Engstellen und Lücken, die die Wanderung der Tiere behindern könnten. Am 14. und 15. November wird die dritte österreichische Wildkatzentagung im Nationalpark Thayatal stattfinden, um Aktivitäten zur Sicherung dieser heimischen Wildkatzenpopulation zu planen.

Österreich beherbergt insgesamt sechs Nationalparks, die international als bedeutende Schutzgebiete anerkannt sind. Der Nationalpark Thayatal schützt eine der artenreichsten Tallandschaften Europas und steht im Einklang mit den übergeordneten Zielen der Nationalparks, Naturschutz und Arterhalt zu fördern. Diese Gebiete dienen zudem als Erholungs-, Bildungs- und Forschungsräume. Der Nationalpark Thayatal spielt somit eine zentrale Rolle im Erhalt der biologischen Vielfalt und im Schutz der europäischen Wildkatze, die 2019 gar zum Tier des Jahres gekürt wurde.

Die anhaltenden Bemühungen um das Überleben der Wildkatze sind Teil einer breiten Palette von Initiativen, die darauf abzielen, das natürliche Erbe Österreichs zu bewahren und gleichzeitig einen sanften Tourismus zu fördern, der die Region wirtschaftlich stärkt. Nach nationalparksaustria.at haben Nationalparks in Österreich den Auftrag, Landschaften von wilder Schönheit und Artenreichtum zu wahren und als Forschungs- und Lernorte zu dienen.

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Genauer Ort bekannt?
Nationalpark Thayatal, Österreich
Beste Referenz
ots.at
Weitere Quellen
np-thayatal.at

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