Am 16. Februar 2026 hat der Städtebund in Wien Kathrin Gaál für ihren bedeutenden Beitrag zur frauenpolitischen Arbeit und zur Gleichstellung von Frauen in Österreichs Städten und Gemeinden gewürdigt. Gaál, die als Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin der Stadt Wien tätig war, hat in ihrer Rolle als Vorsitzende des Städtebund-Frauenausschusses Maßstäbe gesetzt. Sie war stets eine enge Verbündete der städtischen Frauenbeauftragten und Frauenbüros, was ihren Einsatz für die Anliegen von Frauen als besonders hervorhebenswert erweist.
Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger lobte Gaáls Engagement und bezeichnete sie als Vorreiterin in der politischen Arbeit für Frauen. Ihre Schwerpunkte lagen besonders auf der Bekämpfung unbezahlter Care-Arbeit sowie der Initiierung bedeutender Tage wie dem Equal Pay Day und dem Equal Pension Day, die sie zusammen mit dem Städtebund-Frauenausschuss ins Leben gerufen hat.
Gleichstellung in der Kommunalpolitik
Ein zentrales Anliegen von Kathrin Gaál war die Verbesserung der Gleichstellungspolitik auf kommunaler Ebene. Der von ihr unterstützte Städtebund-AK-Gleichstellungsindex zeigt relevante Indikatoren auf, die zur Evaluation und Förderung von Gleichstellung in der Kommunalpolitik dienen. Der durchschnittliche Frauenanteil im Gemeinderat in Österreich beträgt lediglich 26 Prozent, während der Anteil der Bürgermeisterinnen bei nur 11 Prozent liegt. Um diese Misere zu bekämpfen, setzte Gaál zahlreiche Maßnahmen um, wie beispielsweise ihre Teilnahme am Projekt „Girls in Politics“, das junge Mädchen zur politischen Mitbestimmung ermutigt.
Die strukturellen Hemmnisse für Frauen in Führungspositionen müssen abgebaut werden, um deren persönliches und berufliches Potential voll ausschöpfen zu können. Dies ist ein zentrales Anliegen von Initiativen, die sich für die Gleichstellung einsetzen, wie etwa durch kommunale Frauenbüros und Gleichstellungsstellen. Die Gleichstellungspolitik hat in Österreich hohe Priorität, auch im Hinblick auf die anhaltende Benachteiligung von Frauen in vielen Sektoren.
Herausforderungen und Erfolge
Einen großen Anteil an den Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind, stellt der Gender Pay Gap dar, der aktuell 18 Prozent beträgt. Zudem übernehmen Frauen den überwiegenden Teil der Kindererziehung, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen, was als Gender Care Gap bekannt ist. Um diesen Ungleichheiten entgegenzuwirken, ist eine höhere Präsenz von Frauen in der Politik und in kommunalen Unternehmen unabdingbar. Der Städtebund strebt eine verstärkte Frauenförderung in unterschiedlichen Bereichen an, was sich positiv auf die Entscheidungsfindung im kommunalen Raum auswirken kann.
Weninger äußerte abschließend seine besten Wünsche für Gaáls künftigen beruflichen Weg und bedankte sich für ihr unermüdliches Engagement für die Frauen in Österreichs Städten und Gemeinden. Die gestärkte Stimme der Frauen in der Politik ist von entscheidender Bedeutung, um eine gerechtere und gleichberechtigtere Gesellschaft zu schaffen. Die Errungenschaften von Gaál werden dabei sicherlich als Inspiration für kommende Generationen dienen.
Für weitere Informationen zur Gleichstellung von Frauen in der Politik und die laufenden Initiativen können Sie die Artikel über die Städtetag.de und die Bundesstiftung Gleichstellung besuchen.
Die Entwicklungen in der politischen Landschaft erfordern einen anhaltenden Diskurs über die Rolle und Repräsentanz von Frauen in der Politik, um echte Veränderungen zu bewirken.