
Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des Reparaturnetzwerks über 173.200 Reparaturen in Wien durchgeführt. Diese Initiative zeigt eindrucksvoll, wie zahlreiche Gegenstände, von Handtaschen über Handys bis hin zu Küchenschränken, durch geschulte Fachkräfte wieder instand gesetzt werden können. Laut einem Bericht von OTS haben die Reparaturen in der Stadt nicht nur den Geldbeutel der Bürger geschont, sondern auch zur Einsparung von 40.452 Tonnen Material und 15.313 Tonnen CO2-Äquivalent beigetragen.
Die Stadt Wien unterstützt dieses Netzwerk aktiv, um den Klimaschutz zu fördern. Nutzer können sich telefonisch unter 01 803 32 32 oder über die Website www.reparaturnetzwerk.at über Reparaturmöglichkeiten und die Einlösung des Wiener Reparaturbons informieren. Der Reparaturbon deckt bis zu 50 % der Bruttoreparaturkosten, maximal jedoch 100 Euro pro Reparatur ab. Er kann für verschiedene Gegenstände wie Sommerkleidung, Koffern sowie analogen Uhren verwendet werden.
Wiener Reparaturbon und seine Vorteile
Am 2. April 2023 startete die Neuauflage des Wiener Reparaturbons. Dieser kann einfach online beantragt werden und gilt für nahezu alle Gegenstände, mit Ausnahme von Elektro-Geräten und Fahrrädern. Der Reparaturbon wird direkt beim Bezahlen der Rechnung abgezogen, und es gibt ein Ablaufdatum, bis zu dem die Reparatur beauftragt werden muss. Bei Schwierigkeiten bei der Kosteneinschätzung können auch Kostenvoranschläge bis zu 55 Euro übernommen werden, sofern eine Reparatur als nicht rentabel eingestuft wird.
- Die Stadt Wien stellt bis 2027 insgesamt 1,2 Millionen Euro für den Reparaturbon bereit, von denen 300.000 Euro für 2025 eingeplant sind.
- Aktuell haben seit Beginn der Aktion im Herbst 2020 rund 48.000 Gegenstände eine neue Lebensdauer erhalten, was etwa 3.200 Tonnen CO2 und 10.000 Tonnen an Ressourcen eingespart hat.
Das Reparaturnetzwerk wird von DIE UMWELTBERATUNG koordiniert, einer Einrichtung der Wiener Volkshochschulen, die von der Stadt Wien im Bereich Umweltschutz finanziert wird. Ziel ist es, die Menschen zu ermutigen, bewusster mit ihren Ressourcen umzugehen.
Klimaschutz durch Ressourcenschonung
Wie eine Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) zeigt, ist die Förderung von Reparaturen ein zentraler Baustein auf dem Weg zu mehr Ressourcenschonung und Klimaschutz. Viele Produkte, insbesondere Elektrogeräte und Kleidung, werden häufig nur kurzzeitig genutzt, was erhebliche Umweltbelastungen verursacht. Der schnelle Abbau verfügbarer Ressourcen und die langen Transportwege wirken sich negativ auf die Umwelt aus. Instandhaltung und Reparatur sind daher entscheidend für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Die WIFO-Studie beschäftigt sich unter anderem mit fiskalischen Maßnahmen zur Förderung des Reparatursektors, zu denen eine Senkung der Mehrwertsteuer für Reparaturen und direkte Förderungen für die Verbraucher gehören. Insbesondere Maßnahmen zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Reparaturen könnten dazu beitragen, den Sektor weiter zu stärken und umweltbewusstes Handeln zu fördern. BMK erwähnt, dass diese Förderung die Reparaturkultur in Österreich unterstützen und langfristige positive Effekte erzielen kann.
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