In Wien steigen die Mietpreise weiterhin rasant, insbesondere in den gefragten Bezirken. Im Jahr 2025 waren die Mieten im Durchschnitt um bis zu 8 Prozent gestiegen, was deutlich über der allgemeinen Teuerung liegt. Vor allem in zentralen und sehr guten Wohnlagen kletterten die Preise sogar um bis zu 9,4 Prozent, während in Bezirken nördlich der Donau sowie in Favoriten und Simmering eine Erhöhung von 6,7 Prozent zu verzeichnen war. Diese Trends wurden von oe24 berichtet.

Der Markt sieht sich jedoch auch einer signifikanten Herausforderung gegenüber. Laut EHL Immobilien wurden 2025 so wenige neue Wohnungen errichtet wie seit Jahren nicht mehr. Die Zahl der neu errichteten Wohnungen fiel erstmals seit knapp zehn Jahren unter die Marke von 10.000, und der Rückgang bei geförderten Mietwohnungen betrug gar 20 Prozent auf nur noch 2.894 Einheiten. Dies führt zu einer ausgeprägten Angebotsschwäche auf dem Wiener Wohnungsmarkt.

Mietentwicklungen und Prognosen

Diese Entwicklung hat zur Folge, dass EHL für 2026 eine weitere Verknappung im Wohnungsmarkt vorhersagt, mit einem Anstieg der Mieten von 7,0 bis 8,5 Prozent. Zudem wird ein Preisanstieg im Eigentum von etwa 3,0 Prozent geschätzt, während die Zahl der Fertigstellungen im Eigentum für das kommende Jahr wieder zurückgehen soll. In den letzten Jahren hat sich eine Verschiebung in Richtung Eigentum vollzogen, da steigende Mietpreise und günstige Finanzierungskonditionen viele zur Eigenheimanschaffung motivieren.

Ein Blick auf die Wohnsituation in Wien

Wien verzeichnete 2023 rund 976.000 bewohnte Wohnungen, wobei die Mehrheit der Hauptwohnungen Mietobjekte sind. Die Eigentumsquote lag bei nur 19,8 Prozent und stellt den niedrigsten Wert in Österreich dar. Diese Zahlen unterstreichen den Einfluss des sozialen Wohnungsbaus, der seit den 1920er-Jahren in Wien gefördert wird. Ein Beispiel hierfür ist der bekannte Karl-Marx-Hof, der in den 1920er Jahren mit über 1.200 Wohnungen erbaut wurde.

Die durchschnittliche Wohnfläche von Hauptwohnsitzwohnungen in Wien beträgt mit 75,3 Quadratmetern den niedrigsten Wert in Österreich. Zunehmend beleuchtet wird auch die Situation von Einpersonenhaushalten, die in Wien mit 44,7 Prozent den höchsten Anteil an Hauptwohnsitzwohnungen ausmachen.

In Bezug auf die Wohnkosten zahlen Einzelpersonen im Durchschnitt 546 Euro pro Monat, während Haushalte bei 823 Euro landen. Die Energiekosten sind vergleichsweise gering, liegen jedoch auch unter dem landesweiten Durchschnitt. In der Zwischenzeit wird Wien von Statista als teurster Markt für Immobilien in Österreich aufgeführt, mit Preisen von etwa 5.508 Euro pro Quadratmeter für Häuser und 4.966 Euro für Eigentumswohnungen, was die Dringlichkeit einer Lösung für den Wohnungsmangel unterstreicht.