
Die Anforderungen an Feuerwehren steigen kontinuierlich, vor allem aufgrund veränderter Löschgüter und klimatischer Bedingungen. Ereignisse wie das Hochwasser im Osten Österreichs im September 2024 haben das Bedürfnis nach effizienter Einsatzausrüstung verstärkt. Damit die Feuerwehr in kritischen Situationen schnell reagieren kann, wird die Berufsfeuerwehr Wien jetzt mit einem neuen, geländegängigen Spezialfahrzeug des tschechischen Herstellers TATRA ausgestattet. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Reaktionsfähigkeit und Effizienz der Feuerwehr zu verbessern.
Das neue Fahrzeug basiert auf einem robusten Zentralrohrrahmen mit Einzelradaufhängung, was hohe Traktion und Geländegängigkeit garantiert. Mit einer serienmäßigen Wattiefe von 800 mm ist der TATRA Phoenix speziell für Einsätze in herausfordernden Umgebungen konzipiert. Der Antrieb erfolgt über ein Allison AR4700 Automatikgetriebe mit sieben Gängen, verteilt auf vier Achsen, wobei die letzte Achse sowohl angetrieben als auch gelenkt wird. Ein leistungsstarker Paccar MX13 Motor mit 390 kW (530 PS) und bis zu 2.500 Nm Drehmoment sorgt für die nötige Kraft.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Das Fahrzeug ist mit einem Wechsellader-Aufbau der Firma Eberl ausgestattet, der eine flexible Nutzung ermöglicht. Damit können Abrollbehälter und ISO-zertifizierte Container transportiert werden, was die Einsatzmöglichkeiten, insbesondere bei Waldbränden, erheblich erweitert. Das Fahrerhaus verfügt über zwei Schlafliegen und wird den Anforderungen der Feuerwehrleute gerecht. Besonderheiten wie Staukästen und Gerätehalterungen wurden ebenfalls durch die Firma Eberl realisiert, um den spezifischen Bedürfnissen der Einsatzkräfte Rechnung zu tragen.
Die TSCHANN Nutzfahrzeuge GmbH in Salzburg fungiert als Generalunternehmer und Lieferant für dieses innovative Fahrzeug. Mit insgesamt 430 Mitarbeitern an neun Standorten in Österreich und Bayern hat das Unternehmen die notwendige Expertise, um solche spezialisierten Einsätze zu unterstützen. Dipl.-Ing. Robert Kerschl, Vertriebsleiter TATRA Ressort, äußert sich positiv über die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und der Berufsfeuerwehr. Diese Partnerschaft wird als wichtiger Schritt gesehen, um der steigenden Gefährdung durch klimabedingte Veränderungen zu begegnen.
Klimafolgen und Feuerwehrentwicklung
Die fortschreitenden klimatischen Veränderungen beeinflussen die Entwicklung der Feuerwehren maßgeblich. Auf dem 29. Deutschen Feuerwehrtag 2020, der vom 15. bis 20. Juni in Hannover stattfand, wurde das Leitmotiv „Sicherheit.Leben“ diskutiert. Insbesondere der Zukunftskongress behandelte die Auswirkungen des Klimawandels auf das Feuerwehrwesen und die Notwendigkeit, innovative Lösungen zu erarbeiten. Hierbei wurde der Fokus auf nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr wie Hitze, Waldbrand und Starkregen gelegt, was die Relevanz des neuen TATRA-Fahrzeugs für die Wiener Feuerwehr unterstreicht.
Die heutige Ausstattung und Schulung der Feuerwehrleute wird als zentrale Säule angesehen, um so gut wie möglich auf die unterschiedlichen, zum Teil extremen Einsatzszenarien vorbereitet zu sein. Das Beispiel der Berufsfeuerwehr Wien zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technik und Anpassungsfähigkeit essentiell sind, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
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