
Am 1. April 2025 fand im Wien Museum eine feierliche Auszeichnungsveranstaltung von OekoBusiness Wien statt, bei der 140 Wiener Betriebe für ihre nachhaltigen Maßnahmen im vergangenen Jahr geehrt wurden. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky betonte die Wichtigkeit des Programms, das seit seiner Gründung im Jahr 1998 unter der Schirmherrschaft der Stadt Wien – Umweltschutz (MA22) steht. Diese Auszeichnung stellt nicht nur eine Anerkennung dar, sondern zeigt auch, dass Umweltschutz und betrieblicher Erfolg durchaus vereinbar sind. Vertreter*innen der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien, der Arbeiterkammer Wien, des ÖGB, des Ministeriums für Klimaschutz sowie des Klima- und Energiefonds waren ebenfalls anwesend und zeigten sich beeindruckt von den Erfolgen der teilnehmenden Unternehmen.
OekoBusiness Wien startet nun in die achte Programmperiode mit einem klaren Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Biodiversität. Ziel des Programms ist es, eine Stadt ohne Verschwendung zu schaffen. Dabei werden Konzepte zur Förderung von Reparatur, Wiederverwendung und Recycling entwickelt. Die Bedeutung dieser Maßnahmen wird durch die beeindruckenden Zahlen untermauert: Seit 1998 wurden Betriebskosten in Höhe von 180,9 Millionen Euro eingespart, das Abfallaufkommen um insgesamt 128.295 Tonnen reduziert und 2,9 TWh Energie eingespart – eine Menge, die mehr als 80 Prozent der Wiener Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen könnte.
Neues Programm und Unterstützungsangebote
In der neuen Programmperiode wird OekoBusiness Wien Unternehmen weiterhin bei der Optimierung ihrer Prozesse, Lieferketten, Gebäudeausstattungen und Energieversorgung unterstützen. Bewusst wird darauf geachtet, dass die Angebote für Betriebe jeder Größe und Branche zur Verfügung stehen, sodass auch kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) von diesen Programmen profitieren können. Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, unterstrich, dass die Verbindung von Ökonomie und Ökologie essentiell ist, um nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen.
Zusätzlich bietet OekoBusiness Wien neue Weiterbildungen für Berater*innen an, um die Kompetenz in diesem Bereich zu stärken. Im vergangenen Jahr nutzten 153 Wiener Unternehmen die Angebote der Wirtschaftskammer, die im Rahmen des Programms bereitgestellt wurden. Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer Wien, und Wolfgang Katzian, ÖGB-Präsident, hoben die Notwendigkeit eines sozialen und ökologischen Umbaus der Wirtschaft hervor und betonten die Relevanz von OekoBusiness Wien für alle Unternehmensgrößen.
Kreislaufwirtschaft als strategischer Imperativ
Die kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien, die OekoBusiness Wien in den Fokus rücken möchte, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie ersetzen das traditionelle Take-Make-Dispose-Modell durch den Ansatz der Wiederverwendung und effizienten Ressourcennutzung. Unternehmen, die nachhaltiges Produktdesign integrieren, können dadurch nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile realisieren. Laut einer Umfrage unter rund 200 Herstellern in Deutschland wird erwartet, dass neue Regulierungen, wie der EU Supply Chain Act, die Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen beeinflussen.
Die gesetzliche Rahmenbedingungen, wie sie vom Europäischen Parlament im April festgelegt wurden, stellen neue Anforderungen an Umwelt- und Menschenrechtsstandards in Lieferketten. Eine transparente Kommunikation und ein effizienter Austausch von Informationen zwischen Lieferanten, Herstellern und Verbrauchern ist in der digitalen Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Diese Tendenzen unterstreichen die strategische Notwendigkeit, nachhaltigen Wirtschaftsansatz durch Programme wie OekoBusiness Wien aktiv zu fördern.
OekoBusiness Wien, kofinanziert von der Stadt Wien, der Wirtschaftskammer Wien, der Arbeiterkammer Wien, dem ÖGB, dem Klima- und Energiefonds und dem Bundesministerium für Klimaschutz, bleibt ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich unternehmerische Effizienz und Umweltschutz erfolgreich miteinander verbinden lassen. Weitere Informationen zu teilnehmenden Betrieben und deren Maßnahmen sind verfügbar auf der Webseite wien.gv.at und grundlegende Rahmenbedingungen werden bei industry-of-things.de erläutert.
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