Die Stadt Wien und die Vienna Club Commission (VCC) setzen ihre Initiative „Free Spaces“ bis 2026 fort, um eine konsumzwangfreie Clubkultur im öffentlichen Raum zu fördern. Dieses wegweisende Projekt bietet rechtlich abgesicherte Flächen für nicht-kommerzielle Veranstaltungen und ist als internationales Best-Practice-Beispiel anerkannt, nachdem es im vergangenen Jahr aus einer erfolgreichen Pilotphase hervorgegangen ist. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hebt die Bedeutung von „Free Spaces“ für die zeitgenössische Kultur und die künstlerische Vielfalt in der Stadt hervor.
Die Fortsetzung des Projekts wurde durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Geschäftsgruppen innerhalb der Stadt Wien ermöglicht. Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak betont die Relevanz der Wiener Clubs als soziale Anker und Orte der Begegnung. Auch Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky sieht „Free Spaces“ als ein Beispiel für die verantwortungsvolle Nutzung öffentlicher Räume. Diese Initiative trägt nicht nur zur kulturellen Entwicklung bei, sondern bietet auch Planungssicherheit für Kulturschaffende und Raum für kreative Experimente.
Rahmenbedingungen und Unterstützung
Für das Jahr 2026 stehen transparente Abläufe und Planungssicherheit für die Veranstalter:innen im Mittelpunkt. Martina Brunner, die Geschäftsführerin der VCC, unterstreicht die Bedeutung durchdachter Strukturen für die Wiener Clubszene. David Prieth, Projektmanager von „Free Spaces“, hebt hervor, wie wichtig soziale Räume ohne Konsumzwang für die Gemeinschaft sind. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass das Konzept funktioniert, ohne relevante Nutzungskonflikte zu verursachen.
Um die logistische Unterstützung für „Free Spaces“ sicherzustellen, übernimmt die MA 48 das Abfallmanagement, während die Wirtschaftsagentur Wien die notwendigen Stromversorgungen bereitstellt. Außerdem bietet die VCC Praxistipps für die Organisation von Clubkulturveranstaltungen an, um die Vernetzung unter Veranstaltern zu fördern und Informationen über anzeige- und anmeldepflichtige Events bereitzustellen.
Details zur Veranstaltungsorganisation
Bei der Planung sollten Veranstalter:innen darauf achten, dass die Organisation mindestens einen Monat vor dem Veranstaltungstermin beginnt. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 200 Personen, und Veranstaltungen können flexibel zwischen 14:00 und 00:00 Uhr stattfinden. Ein Team von mindestens 15 Personen ist für eine Veranstaltung mit 400 Besucher:innen erforderlich, um verschiedene Rollen wie Barpersonal, Sicherheit und logistische Unterstützung zu erfüllen.
- Bar: 4+ Personen
- Schallpegelmessung: 1+ Person
- Einlass: 1 Person
- Runner: 1 Person
- Sicherheit/Awareness: 2+ Personen
- Aufbau/Ausbau: je nach Aufwand
Ein wichtiges Element der Veranstaltungen im Rahmen von „Free Spaces“ ist das musikalische Setup, bei dem ausschließlich DJs auftreten und Konzerte ausgeschlossen sind. Der finanzielle Aspekt basiert auf freiwilligen Spenden für Eintritt und Bar. Die Teilnahme am Programm erfordert auch eine Verpflichtung zur Mitgliedschaft im Verein, um die Umsetzung der „Free Spaces“ sicherzustellen.
Die Auswahl der Veranstaltungskollektive erfolgt durch eine ausgewogene Berücksichtigung der Genres und Erfahrungen, wobei ein Punktesystem zur Anwendung kommt. Bei Gleichstand entscheidet das Los über die Vergabe der Termine. Dies fördert nicht nur die Diversität in der Clubkultur, sondern bringt auch marginalisierte Gruppen in den Fokus.
Durch die kontinuierliche Unterstützung und Entwicklung des „Free Spaces“-Projekts zeigt Wien, wie Kultur und öffentlicher Raum nachhaltig und verantwortungsbewusst gestaltet werden können. Weitere Informationen sind auf den Webseiten der Stadt Wien und der VCC verfügbar. Für Details zur Veranstaltung sind die entsprechenden Links zu finden: Wien Presse, Vienna Club Commission und ORF Wien.