Am 15. Jänner 2026 präsentiert die Stadt Wien ein umfassendes Programm zur Stärkung des Arbeitsmarktes in der Metropolregion, das insbesondere auf die Sicherung von Fachkräften abzielt. Der Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds (waff) investiert im Rahmen des Arbeitsprogramms 2026 insgesamt 149 Millionen Euro in die Qualifikation und Fachkräftesicherung. Diese Initiative erfolgt trotz der aktuellen Herausforderungen der Budgetkonsolidierung.

Durch die bereitgestellten Mittel werden über 41.600 Wiener*innen im Jahr 2026 von Angeboten zur beruflichen Weiterentwicklung profitieren. Mehr als 1.300 Unternehmen in Wien erhalten Unterstützung, um qualifizierte Arbeitskräfte zu sichern. Prognosen zeigen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Österreichs 2026 um rund 1% wachsen wird, während Wien mit einer Steigerung von 1,5% rechnen kann. Die aktuelle Zahl unselbständig Beschäftigter in Wien liegt bereits bei einem Höchststand von 941.000.

Qualifikationsförderung und Bildungsangebote

Ein starkes Augenmerk liegt auf der Förderung der beruflichen Weiterbildung. Das waff-Beratungszentrum bietet eine kostenlose, individuelle Beratung zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Im Jahr 2023 werden insgesamt 27.900 Kund*innen erwartet, die Unterstützung beim beruflichen Weiterkommen anstreben. Der waff fördert zudem Aus- und Weiterbildungen an rund 840 anerkannten Bildungsträgern und ermöglicht die Nutzung eines Bildungskontos, welches Förderungen von bis zu 5.000 Euro vorsieht. Die Einkommensgrenze für den Zugang zu diesen Förderungen wird zudem von 2.500 auf 2.800 Euro netto angehoben. Rund 470.000 Wiener Arbeitnehmer*innen können das volle Förderangebot in Anspruch nehmen. Schwerpunkte der Qualifizierungsförderung sind die Bereiche Digitalisierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Besonders bemerkenswert sind auch die Programme, die speziell Frauen in der beruflichen Bildung unterstützen. Insgesamt stehen 14 Millionen Euro für Frauenprogramme zur Verfügung, darunter die Frauenstiftung Wien, von denen etwa 5.700 Wienerinnen profitieren werden. Ein zusätzliches Programm, Jobs PLUS Ausbildung, verbindet Qualifizierung mit Beschäftigung und plant 2.600 Eintritte. Das Wiener Ausbildungsgeld sichert während der Ausbildung ein monatliches Einkommen von mindestens 1.550 Euro.

Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Strategien

Bürgermeister Michael Ludwig betont die Bedeutung der Fachkräftesicherung für die wirtschaftliche Entwicklung Wiens. Im Rahmen der Strategie Wien 2030 – Wirtschaft & Innovation werden sechs Schwerpunktthemen hervorgehoben, darunter die Gesundheitsmetropole und smarte Produktion. Diese Initiative ist Teil der sogenannten Raus-aus-Gas-Strategie sowie der Digitalen Agenda Wien, die darauf abzielt, zukunftsträchtige Berufsfelder zu fördern.

Die Handlungsfelder des Fachkräftezentrums in der Stadt Wien umfassen neben der Digitalisierung auch die Ökologisierung und die kommunale Daseinsvorsorge. In den kommenden Jahren wird ein erheblicher Bedarf an neuen Fachkräften erwartet: Bis 2030 sind beispielsweise 21.000 neue Mitarbeitende notwendig, insbesondere im Pflege- und Bildungsbereich. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2030 zusätzlich 9.121 Fachkräfte in der Langzeitpflege sowie 1.900 Elementarpädagogen benötigt werden.

Die Digitalisierung zeigt sich in Wien ebenfalls als Wachstumsbereich. 8.800 IKT-Unternehmen beschäftigen rund 67.000 Menschen, wobei der Bedarf an IT-Fachkräften in Wien bei etwa 5.800 liegt. Um diesen Bedarf zu decken, wird unter anderem die Gründung einer neuen HTL mit digitalem Schwerpunkt angestrebt, und die Coding Schule 42 Vienna hat bereits 280 Personen in Ausbildung.

Mit diesen Initiativen zeigt die Stadt Wien deutlich, dass sie die Herausforderungen des Arbeitsmarktes aktiv angeht und die wirtschaftliche Stabilität sowie individuelle Perspektiven ihrer Bürger*innen fördern möchte. Diese umfassenden Maßnahmen der Fachkräftesicherung und Qualifikationsförderung bilden die Grundlage für eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Stadt und werden von den Wiener*innen in den kommenden Jahren verstärkt in Anspruch genommen.

Für weiterführende Informationen über die Förderungen steht die Webseite des Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds sowie die Presse-Information der Stadt Wien zur Verfügung. Zudem bietet der Wirtschaftsbund Wien Einblicke in die wirtschaftlichen Strategien zur Fachkräftesicherung und beruflichen Bildung.