Am Dienstag, den 20. Jänner 2026, ziehen zahlreiche Taxis durch die Wiener Innenstadt, um gegen Fahrdienstanbieter wie Uber und Bolt zu demonstrieren. Diese Protestaktion, die unter dem Titel „Schwierige Situation der Taxifahrerinnen und Taxifahrer“ stattfindet, soll auf die angespannten Wettbewerbsbedingungen in der Branche aufmerksam machen. Krone berichtet, dass rund 800 Taxis an der Großdemonstration teilnehmen werden. Während der Stoßzeiten ist mit erheblichen Staus und Verzögerungen vor allem im Stadtgebiet sowie in der Leopoldstadt, insbesondere am Praterstern, zu rechnen.

Der ÖAMTC warnt vor temporären Verkehrssperren und Umleitungen in den Bereichen, die von der Demonstration betroffen sind. Pendler und Heimreisende wird geraten, mehr Zeit einzuplanen oder auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen. Der Demozug beginnt um 16 Uhr in der Arbeiterstrandbadstraße in Wien-Floridsdorf und verläuft durch mehrere zentrale Straßen, darunter die Wagramer Straße, Lassallestraße und Ringstraße. Ähnliche Proteste hatten bereits im Herbst 2025 mit rund 2000 teilnehmenden Taxifahrern stattgefunden, was zu massiven Stauungen führte.

Forderungen der Taxifahrer

Die zentrale Forderung der Taxifahrer besteht in der Einführung von einheitlichen Mindestarifen für alle Anbieter. Dies ist besonders wichtig, da die Taxi-Branche unter Druck von Fahrdienstvermittlern wie Uber und Bolt steht. Diese App-basierten Dienste genießen größere Freiheiten und unterliegen nicht den strengen gesetzlichen Vorgaben, die für traditionelle Taxiunternehmen gelten. Deutschlandfunk hebt hervor, dass Taxiunternehmen an feste Tarife gebunden sind, was die Wettbewerbsbedingungen unfair macht.

Patrick Meinhard, Vorsitzender des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland, fordert einen flächendeckenden Mindesttarif sowie Tarifkorridore, um die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. Derzeit leiden viele Taxiunternehmen unter Umsatzrückgängen, was zu Rückgaben von Lizenzen und sinkenden Einkommen der Fahrer führt. Einheitliche Mindesttarife könnten die Preisunterschiede verringern und die Position der Taxiunternehmen stärken, während Uber und Bolt vor den negativen Auswirkungen solcher Mindestpreise auf die Verbraucher warnen.

Politischer Kontext

Die Bundesregierung sieht die im Jahr 2021 verabschiedete Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) als Grundlage für einen fairen Wettbewerb zwischen Taxi und Mietwagen. Bundestag berichtet, dass dem Bundestag nach fünf Jahren Evaluierungsberichte vorgelegt werden müssen, um die Wirksamkeit der Regelungen zu überprüfen. Änderungen am PBefG können erst nach Vorlage dieser Berichte in Erwägung gezogen werden.

Insgesamt zeigt diese Demonstration deutlich den Druck, unter dem die Taxi-Branche steht und die Notwendigkeit für gerechte Wettbewerbsbedingungen, um langfristig bestehen zu können. Die Diskussion um Mindesttarife und weitere Regulierungsmaßnahmen bleibt weiterhin brisant, während sich die Taxiunternehmen um ihre Existenz kämpfen.