
Wien hat sich erfolgreich um eine autarke und nachhaltige Müllverwertung bemüht und kümmert sich selbst um das gesamte Müllaufkommen. Bei einer Pressekonferenz in der Verwertungsanlage „Pfaffenau“ betonte Umwelt- und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) die wichtige Rolle der Stadt bei der Müllentsorgung und -verwertung. Alle Entsorgungsanlagen befinden sich innerhalb der Stadtgrenzen und unterliegen der Gemeindeverwaltung. Der gesamte Müll in Wien wird klimaschonend verwertet, eine Deponierung findet nicht statt.
Die Magistratsabteilung 48 (MA 48) ist dafür verantwortlich, dass 100 % des Siedlungsabfalls in Wien verwertet, vergärt, aufbereitet und kompostiert werden. Seit 2009 wird in der Stadt kein Restmüll mehr deponiert – lediglich die Rückstände der Verbrennungsanlagen werden im 22. Bezirk abgelagert. Dies ermöglicht eine bedeutende CO2-Reduktion: Die thermische Verwertung spart 250 kg CO2-Äquivalente pro Tonne Restmüll im Vergleich zur Deponierung, die 2.400 kg CO2-Äquivalente verursacht.
Nachhaltige Abfallwirtschaft und Energiegewinnung
In Wien stehen vier Müllverbrennungsanlagen zur Verfügung, die auch Windeln, Medikamentenrückstände und FFP2-Masken entsorgen. Aus dem Restmüll wird sowohl Fernwärme als auch Strom und Fernkälte gewonnen, wodurch fossile Brennstoffe ersetzt werden. An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass Wien Energie 460.000 Wohnungen und 7.000 Gewerbebetriebe mit Fernwärme versorgt. Die Müllverbrennungsanlage Pfaffenau allein erzeugt Strom für 25.000 Haushalte.
Zur Vermeidung von Umweltschäden werden Rückstände in den Anlagen „entmetallisiert“. Auffallend ist, dass Wien im Vergleich zu anderen Hauptstädten den dritten Platz bei der getrennten Müllsammlung belegt - hinter Tallinn und Luxemburg. Trotz einer Bevölkerungszunahme von 20 % hat der pro Kopf-Abfall in Wien seit 2005 abgenommen. Im Jahr 2024 produzierte jeder Einwohner 50 kg weniger Restmüll als noch 2005. Czernohorszky hat angekündigt, den eingeschlagenen Weg zur Abfallvermeidung weiter zu verfolgen.
Strategische Umweltprüfung und Kreislaufwirtschaft
Im Mai 2023 begann die Strategische Umweltprüfung für das Wiener Abfallvermeidungsprogramm sowie den Wiener Abfallwirtschaftsplan für 2025-2030. Ziel ist die Festlegung der strategischen Ausrichtung der Wiener Abfallwirtschaft, mit konkreten Zielen und Umsetzungsschritten. Im Fokus stehen die Maximierung der Kreislaufwirtschaft sowie die Forcierung der getrennten Sammlung von Abfällen. All diese Maßnahmen sind Teil der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie.
Ein zentrales Thema in diesem Prozess ist die Gewinnung von Phosphor aus Klärschlammasche. Des Weiteren wird sichergestellt, dass die Entsorgungssicherheit und -autarkie dauerhaft gewährleistet bleiben. Der Prozess wird durch die MA 48, die Verwaltung, NGOs und relevante Stakeholder wie der BOKU und der Uni Leoben unterstützt. Die finalen Ergebnisse des Prozesses sollen bis 2024 vorliegen.
Das Wiener Abfallwirtschaftsgesetz (Wr. AWG) bildet die Basis für die Sammlung und Abfuhr von Müll und Altstoffen und verpflichtet die Stadt, umweltfreundliche Materialien bei der Beschaffung zu verwenden. Es beinhaltet auch Vorgaben zur Erstellung von Abfallkonzepten und der Nutzung von Mehrwegprodukten bei Veranstaltungen. Wien bekennt sich zur Kreislaufwirtschaft und dem Zero Waste Prinzip, das darauf abzielt, Ressourcen nicht zu verschwenden und die Müllmengen zu reduzieren.
Insgesamt verfolgt Wien die Vision einer Stadt ohne Verschwendung, in der alle nicht vermeidbaren Abfälle vollständig verwertet werden. Durch die Implementierung dieser Maßnahmen und Strategien wird die Stadt zu einem vorbildlichen Beispiel für nachhaltige Abfallwirtschaft.
Vienna.at berichtet, dass Wien sich um alles Müllaufkommen kümmert. Für weitere Details zu den Abfallvermeidungsstrategien siehe wien.gv.at. Informationen zu den Grundsätzen der Abfallwirtschaft in Wien finden Sie hier: wien.gv.at.
Ort des Geschehens
Details zur Meldung