
In Wien-Alsergrund sorgte ein geplanter „Church Rave“ für Aufregung. Die Veranstaltung in der Canisiuskirche, die für Anfang Mai angesetzt war, sollte eine Tanzparty mit elektronischer Musik, Lichtershows und mehr bieten. Tickets sind seit Kurzem erhältlich und die Organisatoren angekündigt, dass es „Zwei Floors. Zwei Welten. Techno. Hard Dance“ geben wird. Trotz der vielversprechenden Werbung und sicherer Einnahmen sind mittlerweile Zweifel an der Durchführung der Veranstaltung aufgekommen.
Der Pfarrprovisor John Njenga Nganga äußerte sich klar: Obwohl das Event mit Absprache der Kirche organisiert worden sei, wurden die Zustimmungskriterien nicht vollständig eingehalten. Hintergrund ist, dass er ursprünglich um Erlaubnis für eine Veranstaltung mit „elektronischer Musik“ gefragt wurde. Die konkrete Transformation der Idee hin zu einem „Rave“ sei nicht bekannt gewesen, was unerwartet kam. In der Pfarre sind die Bedenken groß, da bereits im August 2023 ähnliche, weniger kontroverse „Candlelight-Konzerte“ stattfanden. Die Verantwortlichen hatten daher angenommen, es handle sich um eine ähnliche Art von Event.
Probleme bei der Genehmigung
Die Entscheidung, das Clubbing im Kirchenraum abzusagen, hängt von den Anforderungen an die behördlichen Genehmigungen ab. Diese sind notwendig, um sicherzustellen, dass eine Veranstaltung öffentlich ist oder die Öffentlichkeit in anderer Weise beeinträchtigt. Laut der Rechtslage müssen solche Genehmigungen frühzeitig eingeholt werden, um eventuelle Auflagen und Vorschriften zu berücksichtigen. Im Fall des Church Raves wurde vom Pfarrprovisor festgestellt, dass bis heute kein Genehmigungsantrag eingegangen sei. Die Auflagen erfordern zudem eine längere Vorlaufzeit, die mittlerweile nicht mehr gegeben ist, da das Event für die späten Abendstunden von 23 Uhr bis 4 Uhr früh angesetzt ist.
Zusätzlich kommt es zu Bedenken über mögliche Störungen für Anrainer. Die Veranstalter hatten während des Bewerbungsprozesses betont, dass sie die Kirche als einen heiligen Ort respektieren und die Veranstaltung im Einklang mit dieser Vorstellung stattfinden soll. Doch während die Ticketverkäufe weiterhin stehen und die ersten Karten bereits ausverkauft sind, äußern viele Nutzer in den Kommentarspalten der Instagram-Beiträge ihre Bedenken zur Angemessenheit einer solchen Feierlichkeit in einer Kirche.
Verschiedene Anforderungen je nach Veranstaltung
Veranstaltungen wie der geplante Rave erfordern in der Regel mehrere Genehmigungen, insbesondere wenn sie öffentliche Räume nutzen oder Lärm verursachen. Diese Genehmigungen variieren je nach Region und Typ der Veranstaltung. Zusätzliche Anforderungen könnten sich aus der Art der Musik oder den geplanten Aktivitäten ergeben, was auch für das Church Rave gilt. Veranstaltungen, die nicht in baurechtlich genehmigten Versammlungsstätten stattfinden, benötigen oft sogar spezielle Genehmigungen. Das geplante Event erfordert somit eine intensive Überprüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Bei weiteren Unklarheiten bezüglich der erforderlichen Genehmigungen ist es ratsam, rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Die Pfarre Canisius steht vor der Herausforderung, sowohl den spirituellen Rahmen der Kirche zu wahren als auch den rechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Der Ausgang dieser Angelegenheit bleibt abzuwarten, während die Diskussion über die Angemessenheit solcher Events in Kirchen weiterhin besteht.
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