Am 22. Jänner 2026 wurde bekannt, dass das Bundesverwaltungsgericht die Weichen für die Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling gestellt hat. Diese Entscheidung ist der Höhepunkt einer dreijährigen, gerichtlichen Behandlung des UVP-Bescheids. Der geplante Baustart für die Verbindungsbahn ist bereits für dieses Jahr angedacht. Das Projekt, das bereits 2016 einstimmig im Wiener Gemeinderat beschlossen wurde, hat eine Gesamtverfahrensdauer von zehn Jahren.

Die Verbindungsbahn ist ein zentrales Element für den geplanten 2-Linien-S-Bahn-Ring, welcher die Linien S45 und S80 umfasst. Mit der Einführung eines 15-Minuten-Taktes für die S80 wird eine erhebliche Kapazitätserhöhung von etwa 20.000 neuen Ein- und Aussteigenden an drei Haltestellen erwartet. Dies bedeutet auch eine Verbesserung der direkten Verbindung aus den West-Bezirken zum Hauptbahnhof. Gleichzeitig wird die U4 entlastet, da Nutzer*innen auf andere öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können.

Details zur Verbindungsbahn

Die geplante Strecke hat eine Länge von fünf Kilometern, von denen 800 Meter in Hochlage verlaufen. Besonders wichtig sind die geplanten permanenten, barrierefreien Querungsmöglichkeiten anstelle von Bahnschranken, um die Sicherheit insbesondere in der Nähe von Schulen und Kindergärten deutlich zu erhöhen. Zudem sind 400 neue Fahrrad-Stellplätze sowie moderne Bike- und Ride-Anlagen vorgesehen.

  • Neue Haltestellen und moderner Schallschutz sind Bestandteil des Projekts.
  • Die Detailplanung für begleitende Maßnahmen wie Fuß- und Radwege kann nach dem positiven Bescheid beginnen.
  • Die Vorplätze der Bahn-Stationen werden in Abstimmung mit den ÖBB und der Stadt Wien neu gestaltet.

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist die Einführung einer attraktiven West-Ost-Verbindung mit der S80, die von Wien Hütteldorf über Wien Meidling und den Hauptbahnhof bis zur Seestadt Aspern verläuft. Diese Attraktivierung der Verbindungsbahn ist Teil des innerstädtischen Schnellbahn-Netzes und verknüpft alle fünf Wiener U-Bahnlinien, was den Zugang zur Innenstadt wesentlich vereinfacht. Die kürzeren Fahrzeiten und dichteren Intervalle der S80 werden das öffentliche Verkehrsangebot maßgeblich verbessern.

Finanzierung und Infrastruktur

Im Rahmen des 2. Wiener Schieneninfrastrukturpakets sind bis 2034 Investitionen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro für den Ausbau des Bahnverkehrs in und um Wien vorgesehen. Dieses Paket wird signifikante Vorteile für die Wiener*innen und Pendler*innen in der Ostregion bringen, darunter dichterer Takt, neue Haltestellen und ein pünktliches öffentliches Verkehrsnetz. So soll ein 2,5-Minuten-Takt zwischen Floridsdorf und Meidling sowie ein 5-Minuten-Takt zwischen Meidling und Liesing realisiert werden.

Die Umstrukturierungen und Renovierungen der Bahnanlagen sind notwendig, um moderne, längere Züge und mehr Sitzplätze zu ermöglichen. Die Schaffung einer neuen S45-Haltestelle in Baumgarten, sowie eine Taktverdichtung in den bestehenden Linien sind ebenfalls geplant. Dies wird die Grundlage für einen weiteren Ausbau und die Digitalisierung des Zugsicherungssystems schaffen.

Insgesamt leitet das grüne Licht des Bundesverwaltungsgerichts einen bedeutenden Fortschritt für die Verkehrsplanung in Wien ein, der nicht nur die Erreichbarkeit im städtischen Raum verbessert, sondern auch eine nachhaltige Mobilität fördert.