Streiks in der Sozialwirtschaft: 130.000 fordern 4 % Lohnerhöhung!
Bundesweite Streiks in der Sozialwirtschaft endeten in Wien mit Forderungen nach vier Prozent Lohnerhöhung und Protestaktionen.

Streiks in der Sozialwirtschaft: 130.000 fordern 4 % Lohnerhöhung!
In Österreich kam es in den letzten Tagen zu intensiven Protesten in der Sozialwirtschaft. Drei Tage lang fanden bundesweite Streiks statt, die ihren Höhepunkt mit einer großen Abschlussdemonstration in Wien erreichten. Die Beschäftigten forderten eine Lohnerhöhung von vier Prozent, um den steigenden Lebenshaltungskosten gerecht zu werden. Die Gewerkschaften, darunter GPA und vida, kritisierten jedoch das Angebot der Arbeitgeber als „unzureichend“ und als „Lohnraub“, während diese auf die schwierigen Rahmenbedingungen hinwiesen.
Die Aktionswoche begann am Dienstag, als in den Bundesländern mit ersten Streikaktionen gestartet wurde. Am Mittwoch und Donnerstag mobilisierten die Gewerkschaften die Beschäftigten zum Protest in Wien. Insgesamt versammelten sich an etwa 300 Standorten rund 130.000 Beschäftigte, die durch stundenweise Arbeitsniederlegungen ihren Unmut über die Lohnangebote zum Ausdruck brachten. Vor den Arbeitgeberräumlichkeiten fand eine „Lichter-Menge“ statt, um nochmals auf die berechtigten Forderungen aufmerksam zu machen. Diese Aktionen sollten auch den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, ein faires Angebot zu unterbreiten.
Inhalt der Verhandlungen
Bei den Kollektivvertragsverhandlungen haben die Arbeitgeber eine durchschnittliche Erhöhung von 1,71 Prozent auf die KV-Gehälter sowie 1,3 Prozent auf die IST-Gehälter für 2026 angeboten. Für 2027 wurde ein Lohnanstieg von 1,65 Prozent in Aussicht gestellt. Diese Angebote stießen aber auf massive Kritik der Gewerkschaften, die auf die Notwendigkeit einer deutlich höheren Erhöhung hinwiesen. Besonders der Bedarf an Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, insbesondere für Teilzeitkräfte, wurde betont.
Yvonne Hochsteiner, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Sozialwirtschaft Österreich, bezeichnete die Forderung nach einer vierprozentigen Lohnerhöhung als unrealistisch. Sie forderte vielmehr die öffentliche Hand auf, ausreichend Mittel bereitzustellen, um den Arbeitnehmenden sichere Perspektiven bieten zu können. Gleichzeitig kritisierte sie die Streiks als unangemessene Maßnahmen, die sich gegen die falschen Ansprechpartner richten.
Reaktionen und Ausblick
Die Gewerkschaften widersprachen dieser Darstellung vehement und wiesen darauf hin, dass die Verantwortung für eine faire Entlohnung bei den Unternehmensleitungen liege. Für die nächste Verhandlungsrunde in der kommenden Woche wird angesichts der scharfen Kritiken ein intensiver Austausch zwischen den Parteien erwartet. Die Hoffnung auf eine Einigung bleibt nach wie vor bestehen, auch wenn die Rückmeldungen der Arbeitgeber die Stimmung dämpfen.
Die sozialen Organisationen, wie die Volkshilfe, äußern zwar Verständnis für die Forderungen der Beschäftigten, betonen jedoch die Herausforderung, die sich aus Kürzungen des Bundes und der Bundesländer ergibt. In diesem ausgeglichenen Spannungsfeld zwischen Arbeitnehmerforderungen und Arbeitgeberanliegen wird sich im Verlauf der kommenden Verhandlungen zeigen, ob ein Kompromiss gefunden werden kann, der für alle Seiten annehmbar ist.
Für weitere Informationen zu den Protesten und den aktuellen Entwicklungen in der Sozialwirtschaft besuchen Sie bitte Krone, Kleine Zeitung oder ORF Wien.